Netanjahu widerspricht Trump bei Iran-Krieg
Die Lage im Nahen Osten bleibt hoch angespannt. Nach Angriffen, Gegenschlägen und politischen Drohungen überschlagen sich im Iran-Krieg die Ereignisse.

Das Wichtigste in Kürze
- Mojtaba Khamenei wird neuer oberster Führer des Irans inmitten des Krieges.
- Luftangriffe der USA und Israels sowie iranische Gegenangriffe intensivieren die Gewalt.
- Ölpreise steigen deutlich, belastet durch die regionale Instabilität.
- Alle Neuigkeiten gibt es hier im Ticker von Nau.ch.
Seit nun mehr als einer Woche spitzt sich der Konflikt rund um den Iran immer weiter zu. Nach Angriffen, Gegenschlägen und scharfer Rhetorik wächst international die Sorge vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Mehrere Länder haben ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht, während Diplomaten gleichzeitig versuchen, eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern.
Am Montag war auch der Ölpreis erstmals seit Jahren auf weit über 100 US-Dollar angestiegen. Jüngste Aussagen von Donald Trump, nach denen der Krieg schon bald zu Ende sein könnte, liessen den Preis anschliessend wieder deutlich sinken.
Zusätzlich verschärft ein politischer Umbruch in Teheran die Lage: Nach dem Tod von Ali Khamenei wurde sein Sohn Mojtaba Khamenei zum neuen obersten Führer ernannt. Bei einer Pressekonferenz wollte sich Trump nicht dazu äussern, ob der Chamenei-Sohn ebenfalls ein Ziel der US-Angriffe sein wird.
Russland laut EU-Ratspräsident Nutzniesser des Iran-Kriegs
11.36: Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach Einschätzung von EU-Ratspräsident António Costa der grosse Nutzniesser der israelisch-amerikanischen Angriffe gegen den Iran.
«Bislang gibt es in diesem Krieg nur einen Gewinner: Russland», sagte der frühere portugiesische Regierungschef vor EU-Diplomaten in Brüssel.

Zur Begründung verwies Costa auf die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Konflikts.
Mit steigenden Energiepreisen erhalte Russland neue Mittel zur Finanzierung seines Krieges gegen die Ukraine und profitiere von der Umleitung militärischer Fähigkeiten, die andernfalls zur Unterstützung der Ukraine hätten eingesetzt werden können.
«Und es zieht Nutzen daraus, dass die Aufmerksamkeit für die Front in der Ukraine abnimmt, während der Konflikt im Nahen Osten in den Mittelpunkt rückt», erklärte Costa.
Neun Kliniken im Iran nach Angriffen ausser Betrieb
10.37: Im Iran haben neun Spitäler infolge der israelisch-amerikanischen Luftangriffe ihren Betrieb einstellen müssen.

Seit Beginn des Krieges seien zudem 18 Rettungswachen und 25 Gesundheitszentren beschädigt sowie 14 Rettungswagen zerstört worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ilna unter Berufung auf den Parlamentsabgeordneten Mohammed Dschamalian, Mitglied der Gesundheitskommission.
Netanjahu widerspricht Trump
10.28: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag widersprochen. Trump hatte zuvor am Montagabend ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht gestellt.

«Unser Bestreben ist es, das iranische Volk vom Joch der Tyrannei zu befreien», so Netanjahu in einer Erklärung.
Mit Blick auf die israelischen Angriffe auf die Führung in Teheran sagte er: «Wir sind noch nicht fertig.»
Australien schickt Soldaten in die Golfregion
10.21: Australien entsendet auf Bitte der Vereinigten Arabischen Emirate ein militärisches Aufklärungsflugzeug, Luft-Luft-Raketen und rund 85 Soldaten in das Gebiet am Persischen Golf.
Ziel sei es, das Land gegen Angriffe aus dem Iran zu unterstützen, erklärte Ministerpräsident Anthony Albanese. Er betonte, der Einsatz diene ausschliesslich der Verteidigung und dem Schutz australischer Staatsbürger in der Region.

Kern der Mission ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums ein Frühwarn- und Aufklärungsflugzeug vom Typ Boeing E-7A Wedgetail. Der Einsatz ist zunächst auf vier Wochen angelegt.
Die Regierung begründete den Schritt auch mit den vielen Australiern in der Region: Rund 115'000 hielten sich dort laut dem Verteidigungsministerium zu Beginn des Konflikts auf, etwa 24'000 davon in den Emiraten.
Iran attackiert Treibstofflager in Israel
10.18: Als Vergeltung für die Bombardierung ihrer Ölreserven haben Irans Streitkräfte eigenen Angaben zufolge Treibstofflager in Israel attackiert.

In den vergangenen Stunden seien Teile der Öl- und Gasindustrie sowie Treibstofftanks in der israelischen Hafenstadt Haifa mit Drohnen angegriffen worden, hiess es in einer Armeeerklärung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.
In Israel gab es unterdessen Raketenalarm. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete über eine neue Welle an Raketen auf Ziele bei Tel Aviv.
Türkei verstärkt Luftabwehr
09.41: Nach dem Abschuss zweier Raketen aus dem Iran verstärkt die Türkei ihre Luftabwehr.

Im Rahmen entsprechender Massnahmen der Nato werde ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der osttürkischen Provinz Malatya für den Einsatz vorbereitet, teilte das Verteidigungsministerium in Ankara mit.
Damit werde die Verteidigung des Luftraums verstärkt.
Möglicher Waffenstillstand: Irans Regierung fordert Garantien
09.04: Irans Aussenministerium hat für den Fall eines Waffenstillstands mit den USA und Israel Sicherheitsgarantien gefordert.

«Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht erneut wiederholt werden», zitierte die Zeitung «Shargh» Irans Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi. Andernfalls sei ein Waffenstillstand bedeutungslos.
«Die Islamische Republik Iran war nicht der Initiator des Krieges und der Aggression», sagte Gharibabadi dem Bericht zufolge.
Iran feuert Raketen auf US-Stützpunkt im Irak
08.12: Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge einen US-Luftwaffenstützpunkt im Nordirak angegriffen.

Der Militärflugplatz Harir in der Autonomen Region Kurdistan sei mit fünf Raketen attackiert worden, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht.
Eine Bestätigung von US-Seite gab es zunächst nicht.
Australien gewährt iranischen Fussballspielerinnen Asyl
07.21: Australien hat fünf iranischen Fussballerinnen ein humanitäres Visa gewährt. Ihnen drohte im Iran Verfolgung, nachdem sie sich geweigert hatten, vor einem Spiel des Asien-Pokals ihre Nationalhymne zu singen.
Australiens Innenminister Tony Burke berichtete, die Spielerinnen hätten in den frühen Morgenstunden an einem geheim gehaltenen Ort in Brisbane mit dem beliebten australischen Schlachtruf «Aussie, Aussie, Aussie» gefeiert, nachdem ihnen die Entscheidung der Regierung mitgeteilt worden war. Auf einem symbolträchtigen Foto waren die Frauen ohne Kopftuch an Burkes Seite zu sehen.

Die Athletinnen hatten während des Asien Cup an der Gold Coast Schutz gesucht und unter Polizeischutz das Teamhotel verlassen, nachdem sie im Iran wegen ihres stillen Protests in die Kritik geraten waren.
Beim ersten Gruppenspiel des Turniers hatten die Spielerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Dies wurde in ihrer Heimat als Zeichen gegen die iranischen Machthaber gewertet – befürchtet wurde, dass ihnen nach der Rückkehr schlimme Konsequenzen drohen könnten.
Syrien meldet Beschuss durch Hisbollah
03.38: Die syrischen Streitkräfte haben einen Artillerieangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz auf einen Militärstützpunkt nahe der Grenze gemeldet. Die Geschosse seien unweit der Ortschaft Serghaya nordwestlich der Hauptstadt Damaskus niedergegangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Militärführung.
Die gestürzte Regierung von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad war ein enger Verbündeter der proiranischen Hisbollah. Die neue Führung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bemüht sich seit ihrem Machtantritt, den Einfluss des Irans – einem weiteren wichtigen Verbündeten Assads – im Land zu unterbinden.
Revolutionsgarden: Wir entscheiden über Ende des Kriegs
03.15: Die iranischen Revolutionsgarden haben scharf auf Äusserungen von US-Präsident Donald Trump zu einem baldigen Ende des Iran-Kriegs reagiert. «Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden», hiess es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. «Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik.»

Zuvor hatte Trump in Aussicht gestellt, dass der Krieg mit dem Iran deutlich schneller beendet werden könnte als zunächst erwartet. «Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe», zitierte ihn der US-Sender CBS News nach einem Telefoninterview. Der Krieg verlaufe «weit vor dem Zeitplan.»
Asiens Börsen nach Trump-Aussage zu Iran-Krieg im Aufwind
03.00: Asiens Börsen haben nach einer Aussage von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Ende des Kriegs im Iran den Handelstag mit einem deutlichen Plus begonnen. Japans Leitindex Nikkei 225 legte zum Start um etwa drei Prozent zu.
Südkoreas Leitindex Kospi ging nach einem deutlichen Minus von 6 Prozent zum Vortagsschluss mit einem 5,5-Prozent-Plus in den Handelstag. In China zeigten der Hongkonger Index Hang Seng mit 1,3 Prozent und der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien in Festlandchina abbildet, zum Start mit 0,8 Prozent leicht nach oben.
Iran will Abgaben auf Tanker und Schiffe im Persischen Golf erheben
02.30: Der Iran arbeitet laut einer mit der Führung vertrauten Quelle an Plänen für «Sicherheitsabgaben» auf Öltanker und Handelsschiffe von Staaten, die mit den USA verbündet sind. Die Massnahmen sollen im Persischen Golf gelten. Das berichtet unter anderem «CNN».
Die Quelle des US-Nachrichtensenders erklärte zudem, die Strasse von Hormus sei aus iranischer Sicht «geschlossen», auch wenn Donald Trump das Gegenteil behaupte.
«Wir halten die Schraube des globalen Ölpreises in der Hand», sagte die Quelle. Die Energiepreise seien bereits instabil geworden, und der Iran werde weiter kämpfen, bis Trump eine Niederlage erkläre.
Türkei verbreitet iranisches Dementi zu Raketenbeschuss
02.05: Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat nach Angaben der Regierung in Ankara den Abschuss von zwei Raketen in Richtung Türkei dementiert. In einem Telefonat mit Staatschef Recep Tayyip Erdogan habe Peseschkian beteuert, die im türkischen Luftraum angefangenen Raketen seien nicht iranischen Ursprungs, teilte das türkische Präsidialamt mit. Der Vorfall werde untersucht.
Im Gespräch mit Peseschkian habe Erdogan sowohl die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran als auch die iranischen Attacken auf mehrere Länder in der Region verurteilt, teilte das türkische Präsidialamt mit. Die iranischen Angriffe «auf die Bruderländer» nützten niemandem und müssten aufhören, forderte Erdogan.
Frau bei iranischem Angriff in Bahrain getötet
01.30: Bei einem iranischen Angriff auf das Staatsgebiet von Bahrain ist nach Angaben aus dem Golfstaat eine 29-jährige Frau ums Leben gekommen. Acht weitere Menschen seien bei der Attacke auf ein Wohnhaus in der Hauptstadt Manama verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.
Erst in der Nacht auf Montag waren bei einem iranischen Drohnenangriff auf die südlich von Manama gelegene Insel Sitra 32 Menschen verletzt worden, darunter mehrere Kinder. Zudem griff das iranische Militär eine Wasserentsalzungsanlage an.
Drei Drohnen über der kurdischen Region in Irak abgeschossen
00.15: Drei mit Sprengstoff beladene Drohnen sind am Montag über Erbil im Norden des Irak abgeschossen worden. Das teilte der kurdische Anti-Terror-Dienst mit.
Zwei der Drohnen hätten das Konsulat der Vereinigten Arabischen Emirate ins Visier genommen, eine weitere den Flughafen von Erbil nahe einer US-Militärbasis.
Trümmer einer Drohne seien in der Nähe des Konsulats niedergegangen. Verletzte habe es nach Angaben der Behörden jedoch nicht gegeben. Pro-iranische Milizen im Irak bekannten sich zu dem Angriff.
Trump sieht Kriegsziel gegen Iran «so gut wie erreicht»
00.01: US-Präsident Donald Trump hat am Montagabend in Florida erklärt, die USA hätten im Krieg gegen den Iran «grosse Fortschritte» gemacht und stünden kurz vor dem Erreichen ihrer Ziele. Der Konflikt könne möglicherweise bereits in den kommenden Tagen enden.
Trump sagte, das US-Militär habe seit Kriegsbeginn mehr als 5000 Ziele angegriffen und einen grossen Teil der iranischen militärischen Fähigkeiten zerstört. Entscheidend für den Erfolg sei, dass Teheran endgültig auf ein Atomwaffenprogramm verzichte. Gleichzeitig kündigte der Präsident an, bestimmte Öl-Sanktionen vorübergehend lockern zu wollen, um steigende Energiepreise zu dämpfen.

Zudem bestätigte Trump ein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Lage im Nahen Osten. Zur Ernennung von Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer des Iran äusserte er sich kritisch, liess jedoch offen, ob dieser ein mögliches militärisches Ziel sein könnte.
Heftige Explosion in Teheran
22.13: In der iranischen Hauptstadt Teheran ist eine besonders starke Explosion zu hören gewesen. Zur gleichen Zeit kurz nach Mitternacht Ortszeit seien auch Kampfjets über der Stadt zu hören gewesen, berichteten mehrere Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Die Explosion war demnach an mehreren Orten der Stadt zu spüren. Es war zunächst unklar, was getroffen wurde.















