Myanmar: Tausende nach Flucht in den Dschungel von Hunger bedroht

    Keystone-SDA
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    Myanmar,

    Augenzeugen zufolge sind in Myanmar fast 8000 Menschen in den Dschungel geflohen. Das Essen könnte ihnen bald ausgehen.

    Protest against military coup in Mandalay
    Demonstranten protestieren gegen die Militärjunta in Mandalay, Myanmar, am 18. Mai 2021. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Stadt Mindtat kam es zu Gefechten zwischen Soldaten und Widerstandskämpfern.
    • Mindestens sieben Zivilisten wurden getötet, mehrere weitere verletzt.
    • Den Geflüchteten droht in den Wäldern bald der Hunger.

    Nach schweren Gefechten im Westen Myanmars sind Augenzeugen zufolge fast 8000 Menschen in den Dschungel geflohen. Den verängstigten Bewohnern aus der umkämpften Stadt Mindat im Chin-Staat drohe in den Wäldern bald Hunger, sagten Anwohner am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Nur einige alte Leute und Kinder sind in der Stadt geblieben. Viele sind in den Dschungel geflohen, und das Essen wird bald ausgehen», erklärte ein Bürger aus Mindat am Telefon.

    Vorausgegangen waren mehrtägige Gefechte zwischen Soldaten der Junta und bewaffneten Widerstandskämpfern. Das Militär soll dabei auch schwere Waffen eingesetzt haben. Mindestens sieben Zivilisten wurden getötet, mehrere weitere verletzt. Am Samstag hatte die Armee, die mit Helikoptern Verstärkung anfliegen liess, die Kontrolle über die Stadt übernommen.

    «Überall Soldaten»

    «Es ist fast unmöglich für uns, wieder in die Stadt zu gehen, weil überall Soldaten sind», sagte ein Mann aus Mindat der dpa. «Wir konnten nicht viele Lebensmittel mitnehmen, und jetzt regnet es im Dschungel. Unsere Leute sind in Gefahr und haben Hunger.» Bereits Ende April hatte es im Chin-Staat schwere Kämpfe zwischen der Armee und den Junta-Gegnern gegeben.

    In dem südostasiatischen Land hatten Generäle am 1. Februar geputscht und die Regierung von Aung San Suu Kyi entmachtet. Seither versinkt Myanmar in Chaos und Gewalt. Immer wieder gibt es Proteste gegen die Junta. Die Armee versucht, jeden Widerstand brutal zu unterdrücken. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind seit dem Umsturz bereits mehr als 800 Menschen getötet worden. Mehr als 5200 wurden festgenommen.

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