Mehrere Journalisten in Moskau bei Mahnwachen festgenommen

    Keystone-SDA
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    Russland,

    In Moskau wurden mindestens acht Journalisten vorübergehend festgenommen. Sie hatten gegen eine Verfolgung als «ausländische Agenten» protestiert.

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    Die Polizei nimmt in Moskau eine Journalistin mit einem Plakat mit der Aufschrift «Wir werden nicht aufhören, Journalisten zu sein» fest. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Russische Behörden stuften einen Internet-Fernsehkanal als «ausländischen Agenten» ein.
    • Deshalb hielten Medienvertreter am Samstag Mahnwachen ab.
    • Dabei wurden mindestens acht Journalisten festgenommen.

    Die Polizei in Moskau hat mindestens acht Journalisten vorübergehend festgenommen. Dies bei Mahnwachen gegen den Druck der russischen Justiz auf unabhängige Medien. Die Medienvertreter protestierten am Samstag vor der Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB am Lubjanka-Platz gegen eine Verfolgung als «ausländische Agenten». Die Polizei führte Mitarbeiter verschiedener Medien ab.

    «Journalismus ist kein Verbrechen»

    Zu den Mahnwachen kam es nach der Einstufung des populären und unabhängigen Internet-Fernsehkanal Doschd als «ausländischen Agenten». Diese veranlassten die Behörden am Freitag. Die Betroffenen kritisieren, dass eine Brandmarkung als Agent zu Ausgrenzung führe und ein freies journalistisches Arbeiten praktisch unmöglich mache.

    moskau
    Polizisten stellen sich bei einer Kundgebung im Zentrum von Moskau zur Blockade auf. (Symbolbild) Foto: Alexander Zemlianichenko/AP - dpa-infocom GmbH

    Einige Medien haben ihre Arbeit deshalb bereits eingestellt oder bangen um ihre Zukunft. «Journalismus ist kein Verbrechen» stand auf einem Plakat eines Demonstranten, wie das Menschenrechtsportal «ovdinfo.org» berichtete.

    Es hiess: Die Polizei habe die Menschen ohne Angaben von Gründen oder unter Hinweis auf eine angebliche Verletzung der Corona-Regeln abgeführt.

    18 Organisationen auf Liste der «ausländischen Agenten»

    Alexej Wenediktow ist der Chefredakteur des kremlkritischen Radiosenders Echo Moskwy. Er warf den Behörden wegen der Entscheidung zu Doschd einen «absoluten Rechtsmissbrauch» vor. «Wir kennen unsere Kollegen als ehrliche Profis. Und wünschen uns, dass sie gegen diese ungerechte und politische Entscheidung vor Gericht vorgehen.»

    Auf der umstrittenen Liste der «ausländischen Agenten» stehen inzwischen 18 Organisationen und 25 Menschen. Eine Einstufung als «ausländischer Agent» droht etwa, wenn eine Finanzierung aus dem Ausland vorliegt. Kritiker beklagen, dass das Instrument willkürlich angewendet werde, um vor allem Andersdenkende zu verfolgen.

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