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    Li Qiang zum neuen Regierungschef Chinas gewählt

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    China,

    Einer der engsten Vertrauten von Präsident Xi Jinping ist in China zum neuen Regierungschef gewählt worden.

    Li Qiang wird neuer Ministerpräsident von China.
    Li Qiang wird neuer Ministerpräsident von China. - Mark Schiefelbein/AP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein enger Vertrauter von Präsident Xi wurde zum neuen Regierungschef Chinas gewählt.
    • Li Qiang erhielt am Samstag beim Volkskongress in Peking nahezu alle Stimmen erhalten.
    • Der Politiker hatte unter anderem den harten Lockdown in Shanghai durchgesetzt.

    Der chinesische Volkskongress hat Li Qiang zum neuen Ministerpräsidenten Chinas gewählt. Die knapp 3000 handverlesenen Delegierten stimmten am Samstag auf ihrer laufenden Jahrestagung in der Grossen Halle des Volkes erwartungsgemäss mit überwältigender Mehrheit für den 63-Jährigen. Li Qiang folgt auf Li Keqiang (67), der nach zehn Jahren aus dem Amt scheidet.

    Vor allem für die Wirtschaft ist das Amt von grosser Bedeutung. Denn während der Präsident in China für das grosse Ganze zuständig ist, obliegt die konkrete Wirtschaftsplanung traditionell eher dem Premier. Doch diese Aufteilung hat unter Xi Jinping stark gelitten. Er hat Li Keqiang deutlich weniger Spielraum gelassen und die Macht – wie auch in anderen Bereichen – bei sich konzentriert.

    Enger Vertrauter des Präsidenten

    Während der frühere Premier einem anderen politischen Lager angehörte, gilt Li Qiang als enger Vertrauter des Präsidenten, der ihn im vergangenen Oktober zum hochrangigen Mitglied des Politbüros ernannte. Bereits 2007 arbeitete er erstmals direkt unter Xi Jinping, als dieser noch Parteichef der wichtigen Provinz Zhejiang war.

    Li Qiang blickt auf eine lange Karriere zurück, die er vor allem an der wohlhabenden Ostküste Chinas verbrachte. Als Parteisekretär in Shanghai setzte er sich für die Interessen der Wirtschaft ein und warb gleichzeitig um ausländische Investitionen. Während seiner Amtszeit baute Tesla eine grosse Fabrik in der Stadt. «Er redet nicht so viel über Ideologie, sondern ein bisschen mehr darüber, wie man Dinge macht», sagte Nis Grünberg vom China-Institut Merics in Berlin.

    Bereitet Ihnen die politische Entwicklung in China Sorgen?

    Unter der Aufsicht von Li Qiang ging Shanghai während der Corona-Pandemie zunächst weniger restriktiv mit dem Virus um als viele andere Regionen Chinas. Da die Metropole jedoch einen Ausbruch im Frühjahr 2022 nicht in den Griff bekam, wurde die Stadt schliesslich für zwei Monate in einen strengen Lockdown versetzt. Politisch hat Li Qiang das offenbar nicht geschadet.

    Xi Jinping bleibt im Amt

    Bereits am Freitag hatte sich Xi Jinping vom Volkskongress für eine ungewöhnliche dritte Amtszeit als Präsident bestätigen lassen. Bereits auf dem Parteitag im Oktober hatte sich der 69-Jährige über die bisherigen Alters- und Amtszeitbeschränkungen hinweggesetzt und eine dauerhafte Führungsrolle in der Parteiverfassung verankern lassen. Mit seiner Alleinherrschaft knüpft er an den Staatsgründer und Revolutionär Mao Tsetung an, der allerdings Chaos über das Land gebracht hatte

    Die gut einwöchige Jahrestagung, die noch bis Montag dauert, ist Schauplatz der grössten Regierungsumbildung seit zehn Jahren, bei der vor allem enge Vertraute von Xi Jinping aufsteigen.

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