Sergej Lawrow kam verspätet zur Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Er verteidigte den russischen Krieg gegen die Ukraine – und verliess den Saal vorzeitig.
Sergej Lawrow (r), Aussenminister von Russland, spricht während einer hochrangigen Sitzung des Sicherheitsrates zur Lage in der Ukraine im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa
Sergej Lawrow (r), Aussenminister von Russland, spricht während einer hochrangigen Sitzung des Sicherheitsrates zur Lage in der Ukraine im Hauptquartier der Vereinten Nationen. Foto: Mary Altaffer/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Mary Altaffer
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Das Wichtigste in Kürze

  • Sergej Lawrow wirft dem Westen Einmischung in der Ukraine vor.
  • Russland werde dadurch geschwächt und der Westen mache sich zu einer Konfliktpartei.
  • Nach seiner Rede verliess Lawrow den Saal.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat dem Westen wegen dessen Waffenlieferungen und der Unterstützung für Kiew eine direkte Einmischung in den Krieg in der Ukraine vorgeworfen.

«Diese Politik, Russland zu zermürben und zu schwächen, bedeutet die direkte Einmischung des Westens in den Konflikt und macht sie zu einer Konfliktpartei», sagte Lawrow am Donnerstag in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zur Lage in der Ukraine.

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Lawrow bei der UN-Generaldebatte. - POOL/AFP

Die Position jener Staaten, «die die Ukraine mit Waffen vollpumpen und ihre Soldaten ausbilden» sei besonders zynisch, ergänzte er. Das Ziel dieser Unterstützung sei offensichtlich, die Kämpfe «trotz der Opfer und der Zerstörung so lange wie möglich hinauszuzögern», sagte er weiter. Russland begann seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland vor fast sieben Monaten.

Lawrow erhebt schwere Vorwürfe gegen Ukraine

Lawrow hat den Angriffskrieg seines Landes gegen die Ukraine verteidigt und schwere Vorwürfe gegen Kiew erhoben. «Wir haben keinen Zweifel daran, dass die Ukraine zu einem völlig totalitären Nazi-ähnlichen Staat geworden ist, in dem die Normen des humanitären Völkerrechts mit Füssen getreten werden», sagte Lawrow am Donnerstag in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Die Entscheidung, eine «militärische Spezialoperation» gegen die Ukraine zu starten, sei unausweichlich gewesen, behauptete er mit Blick auf den Angriffskrieg. Das Land sei eine Bedrohung für die Sicherheit Russlands. «Und ich kann Ihnen versichern, dass wir dies niemals hinnehmen werden», sagte Lawrow.

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Ukraine-Krieg: Russische Soldaten in der besetzten Stadt Cherson. - Keystone

Er kritisierte, dass das UN-Gremium über eine Bestrafung Russlands sprechen wolle, dabei müsse die Ukraine für ihre Taten bestraft werden. Ukrainische Kräfte nutzten die «Taktik von Terroristen» und missbrauchten friedliche Zivilisten als menschliche Schutzschilde. Der Versuch, ein «völlig anderes Narrativ» über die russische Aggression aufzuzwingen, sei eine Tragödie, beklagte Lawrow. Dabei werde ignoriert, dass ukrainische Kräfte mehr als acht Jahre lang Bewohner des Donbass getötet hätten und weiterhin töteten.

Lawrow verlässt Sicherheitsrat – Grossbritannien «nicht überrascht»

Der britische Aussenminister James Cleverly hat sich im UN-Sicherheitsrat «nicht überrascht» vom Verhalten seines russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gezeigt, der den Saal bei einem Treffen zur Ukraine zuvor zu spät betreten und dann direkt nach seiner Rede wieder verlassen hatte. «Er hat den Saal verlassen», sagte Cleverly dem Gremium am Donnerstag in New York. «Ich bin nicht überrascht.» Er glaube nicht, dass Lawrow sich die kollektive Verurteilung seines Landes in dem Gremium anhören wolle. Cleverly sprach bei dem Treffen direkt nach Lawrow.

Sein russischer Amtskollege habe erneut einen «Katalog von Verzerrung, Unehrlichkeit und Desinformation» verbreitet, sagte Cleverly. «Aber wir haben wieder durch ihn durch gesehen.»

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