Iran: Teheran droht zu verdursten – kommt es zur Evakuierung?

    Simon Binz
    Simon Binz

    Iran,

    Teheran steht angesichts dramatischer Dürre am Rande einer humanitären Krise. Präsident Masoud Pezeshkian warnt bereits vor einer möglichen Evakuierung.

    Massud Peseschkian
    Die angespannte Wasserversorgung in Teheran könnte Konsequenzen haben: Präsident Peseschkian denkt über eine Verlegung der Hauptstadt nach. (Archivbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Teherans Amir-Kabir-Stausee ist auf acht Prozent seiner Kapazität gesunken.
    • Präsident Pezeshkian droht bei weiterem Ausbleiben von Regen mit einer Evakuierung.
    • Experten kritisieren Misswirtschaft und warnen vor sozialen und politischen Folgen.

    Teheran, eine Metropole mit über 10 Millionen Einwohnern, kämpft derzeit mit einer beispiellosen Wasserknappheit. Die Amir-Kabir-Talsperre, die wichtigste Trinkwasserquelle der Stadt, fasst nur noch acht Prozent ihrer Kapazität – rund 14 Millionen Kubikmeter.

    Bei diesem Stand kann die Hauptstadt nur noch etwa zwei Wochen lang ausreichend versorgt werden. Davor warnte kürzlich der Direktor des städtischen Wasserunternehmens, Behzad Parsa.

    Warst du schon einmal im Iran?

    Präsident Masoud Pezeshkian äusserte sich am Freitag alarmiert: «Wenn es bis Ende November nicht regnet, müssen wir Wasser rationieren. Und wenn es dann immer noch nicht regnet, müssen wir Teheran evakuieren.»

    Schon jetzt wurden in mehreren Stadtteilen die Wasserversorgungen unterbrochen, nachdem es im Sommer wiederholt zu Ausfällen gekommen war.

    Wasserkrisen führten im Iran häufig zu Protesten gegen die Regierung

    Die Krise trifft die Bevölkerung besonders hart, da die Stadt täglich rund drei Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Nahost-Analyst Seth Frantzman kritisiert gegenüber «Bild», dass das iranische Regime seine finanziellen Mittel eher für Stellvertreter-Milizen und Raketenprogramme als für die heimische Infrastruktur ausgibt.

    Die ökologische Notlage könnte deshalb auch weitreichende politische Folgen haben. Schon in den vergangenen Jahren führten Wasserkrisen im Iran häufig zu Protesten gegen Regierung und Behörden.

    Teheran Iran
    Eingefärbte Satellitenbilder zeigen den dramatischen Rückgang des Wassers von September 2020 bis November 2025 – ein deutliches Signal der Dringlichkeit. Für Millionen Teheraner bleibt die Hoffnung auf Regen, während die Zeit und die Vorräte knapp werden. - Screenshot/X

    Laut dem" Center for Middle East and Global Order" (CMEG) verschärft die Dürre nicht nur die Staudämme, sondern auch die zusammenbrechenden Feuchtgebiete und erschöpften Grundwasserleiter. Die Experten warnen, dass die Situation ohne Kursänderung der Führung weiter eskalieren dürfte.

    Viele Einwohner Teherans haben die Hauptstadt bereits in Richtung Norden des Landes verlassen. In den Provinzen am Kaspischen Meer gibt es derzeit keine Probleme mit der Wasserversorgung.

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    Kommentare

    User #1427 (nicht angemeldet)

    Kein Geld aus der Schweiz.

    User #1604 (nicht angemeldet)

    Hat Jans schon Ausschau gehalten nach Unterkünften?

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