Iran-Mullahs geben Leichen nur gegen Bezahlung raus
Das iranische Regime gibt die Leichen der getöteten Demonstranten nur gegen Bezahlung heraus. Auch bei der Beerdigung werden die Trauernden bedrängt.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Iran wurden laut Aktivisten mehr als 3400 Demonstranten getötet.
- Die Familien müssen Tausenden Franken bezahlen, um die Leichen zu bekommen.
- Sie müssen auch unterschreiben, dass ihre Liebsten eines natürlichen Todes gestorben sind.
Gemäss Aktivisten wurden bei den Massenprotesten im Iran bereits mehr als 3400 Menschen getötet. Doch mit der Tötung der Demonstranten gibt sich das Regime in Teheran nicht zufrieden. Es erpresst auch noch die Angehörigen der Opfer, wie unter anderem die «Bild» berichtet.
So rückt die Regierung die Leichen nur raus, wenn die Familien dafür bezahlen. Die Rede ist von «Kugelgeld», also einer Entschädigung für die Kosten der Munition der Sicherheitskräfte. Berichten zufolge sollen umgerechnet bis zu mehrere Tausend Franken verlangt werden.
Zudem müssen die Familien Dokumente unterschreiben, die einen falschen Todesgrund nennen. Oftmals sind es Organversagen oder Herzinfarkte. Damit will die Regierung sich von dem Vorwurf, sie töte Demonstranten, befreien.
Haben die Familien dann endlich den Leichnam, geht die Bedrängung durch das Regime weiter: Die Beerdigungen dürfen nur nachts stattfinden. Sicherheitskräfte stellen sicher, dass die Angehörigen nur wenig Zeit haben und bloss eine Handvoll Trauernde erscheint.

Dies wurde vor einigen Tagen eingeführt, nachdem es bei der Beerdigung eines Demonstranten zu Protesten gegen die Regierung gekommen war. So zeigen Videos, wie Trauernde am Sarg «Tod dem Diktator» schrien. Auch sonst zeigten Angehörige auf Friedhöfen ihre Unzufriedenheit und Empörung.
Die Praxis des Kugelgelds ist nicht neu: Bereits Ende der 80er-Jahre nach dem Iran-Irak-Krieg wurde sie vom Regime genutzt. Nach der Hinrichtung zahlreicher politischer Gefangener mussten die Familien bezahlen, um die Leichen zu bekommen.
Regime geht brutal gegen Demonstranten vor
Seit Wochen gehen Millionen Iraner in zahlreichen Städten des Landes auf die Strassen. Auslöser war das Absacken der landeseigenen Währung Rial und der folgenden Probleme für Händler. Die Proteste weiteten sich schnell aus und richteten sich gegen das autoritäre Herrschaftssystem des obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei.
Vielerorts kommt es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen, der Sicherheitsapparat geht mit brutaler Härte vor. Während Aktivisten von mehr als 3400 Toten ausgehen, spricht die Regierung von bloss Hunderten Opfern. Sie gibt die Schuld dafür ausländischen «terroristischen Elementen» mit eigener Agenda.
















