Israel hackte die Verkehrskameras in Teheran

Stephan Felder
Stephan Felder

Iran,

Geheimdienst-Insider enthüllen: Jahrelange Überwachung und gehackte Kameras sollen den Tod von Ali Chamenei ermöglicht haben.

Teheran
Israels Geheimdienst kannte Teheran «so gut wie Jerusalem». - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Israelische Dienste sollen jahrelang Verkehrskameras in Teheran gehackt haben.
  • Mobilfunkmasten nahe Chameneis Anwesen wurden offenbar gezielt gestört.
  • Der Angriff erfolgte, als sich grosse Teile der Führung versammelt hatten.

Eine akribische Geheimdienstoperation soll die Grundlage für die gezielte Tötung von Ali Chamenei (†86) gelegt haben. Wie Insider berichten, hätten israelische Dienste über Jahre hinweg das Umfeld des iranischen Religionsführers systematisch ausgespäht.

Laut einem Bericht der «Financial Times» seien nahezu sämtliche Verkehrskameras in Teheran kompromittiert worden. Die aufgezeichneten Bilder seien verschlüsselt und auf Server in Israel übertragen worden.

Bewegungsprofile und geheime Dossiers

Über die Kameras in der iranischen Hauptstadt hätten die israelischen Dienste detaillierte Erkenntnisse über Tagesabläufe und Bewegungsmuster ranghoher Funktionäre gewonnen.

Als Mitarbeitende des Machtapparats am Samstagmorgen zum Treffen in Chameneis Anwesen unterwegs waren, habe man ihre Routen in Echtzeit verfolgt.

In internen Dossiers seien demnach Privatadressen, Dienstpläne und Zuständigkeiten festgehalten worden. Die Auswertung dieser Daten habe ein präzises Lagebild ermöglicht.

Gestörte Netze rund um das Anwesen

Zusätzlich sollen Mobilfunkanlagen in unmittelbarer Nähe des Anwesens gezielt beeinträchtigt worden sein. Berichten zufolge seien rund ein Dutzend Sendemasten manipuliert worden. Eingehende Anrufe wurden so nicht durchgestellt, Telefone galten als besetzt.

Mithilfe von Echtzeitdaten, Algorithmen und weiteren nachrichtendienstlichen Quellen hätten Israel und der US-Auslandsgeheimdienst CIA ermittelt. Sie konnten so feststellen, wann sich der 86-Jährige in seinen Büroräumen aufhalten würde.

Ein israelischer Geheimdienstmitarbeiter sagte, man habe die iranische Hauptstadt so gut gekannt wie Jerusalem. Der Auslandsgeheimdienst Mossad habe Milliarden Datensätze analysiert und Informanten rekrutiert, um potenzielle Ziele zu identifizieren.

Der gewählte Zeitpunkt

Hinweise aus Kameras, Mobilfunknetzen und menschlichen Quellen deuteten darauf hin, dass Chamenei am Samstagmorgen ein Treffen abhalten würde.

Dies wurde als günstiges Zeitfenster bewertet. Ziel sei es gewesen, neben ihm auch weitere führende Vertreter des Regimes zu treffen.

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US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber Fox News, die Anwesenden hätten beim Frühstück zusammengesessen. Wäre der Angriff früher erfolgt, hätte sich Chamenei womöglich in einen seiner Schutzbunker zurückgezogen.

Insidern zufolge verfügte der Ober-Mullah über zwei Bunker. Dort wäre er mit konventionellen Luftschlägen schwer erreichbar gewesen.

Vergleich mit Nasrallah

Anders als Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah (†64) lebte Chamenei nicht dauerhaft im Untergrund. Nasrallah verbrachte über Jahre Zeit in Bunkern und überstand mehrere Attentatsversuche. Bis er im September 2024 bei einem massiven Bombardement in Beirut ums Leben kam.

Chamenei hatte öffentlich eingeräumt, dass er mit einem Anschlag rechne. Beobachter gehen davon aus, dass er dabei auch ein mögliches Märtyrer-Image einkalkulierte. Trotz Vorsichtsmassnahmen in Krisenzeiten konnte der Angriff letztlich nicht verhindert werden.

Kommentare

User #2205 (nicht angemeldet)

Super, nun können sie Geschwindigkeitsverletzungen mit Bussen einkassieren.

Experte für alles und jeden...

Langsam aber sicher glaube ich, dass es bei einigen so richtig hackt... 😉 😂

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