Iran beschlagnahmt zwei Containerschiffe

Überraschende Kehrtwende: US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit verlängert.

Donald Trump
Hat Donald Trump die Lage im Nahen Osten noch unter Kontrolle? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump verlängert die Feuerpause mit dem Iran auf unbestimmte Zeit – ohne neue Frist.
  • Teheran dementiert, eine Verlängerung erbeten zu haben, und droht mit der «Hölle».
  • Die US-Blockade der Strasse von Hormus bleibt ein zentraler Streitpunkt.

Kehrtwende kurz vor Ablauf der Frist: US-Präsident Donald Trump hat die Waffenruhe mit dem Iran überraschend auf unbestimmte Zeit verlängert. Die Waffen sollen schweigen, bis die Führung in Teheran mit einem geeinten Vorschlag an den Verhandlungstisch kommt – einen neuen Termin nannte Trump nicht.

Noch am Vortag hatte er eine Verlängerung als «sehr unwahrscheinlich» bezeichnet und mit schweren Angriffen auf den iranischen Energiesektor gedroht.

Wie beurteilst du Trumps Verlängerung der Waffenruhe?

Ob sich Iran und Israel an die Feuerpause gebunden fühlen, ist offen. Aus Teheran kommen widersprüchliche Signale: Die Nachrichtenagentur Tasnim meldete, der Iran habe keine Verlängerung erbeten und werde nicht zu weiteren Gesprächen nach Pakistan reisen.

Gleichzeitig drohen die Revolutionsgarden mit der «Hölle» für Amerikaner und Israelis, sollte der Krieg wieder aufflammen. Die Strasse von Hormus bleibt derweil blockiert – ein zentraler Streitpunkt, an dem Trump festhalten will.

Die neuesten Entwicklungen im Nau.ch-Ticker:

Israel sieht Hisbollah als Hindernis für Frieden mit Libanon

13.33: Kurz vor Gesprächen zwischen Israel und dem Libanon hat der israelische Aussenminister die libanesische Hisbollah als gemeinsamen Feind der beiden verfeindeten Staaten bezeichnet.

Saar
Der israelische Aussenminister Gideon Saar. - keystone

Die vom Iran unterstützte Miliz sei «das Hindernis für Frieden und Normalisierung der Beziehungen zwischen den Ländern», sagte Gideon Saar nach Angaben seines Büros bei einer Veranstaltung zum 78. Jahrestag der israelischen Staatsgründung. «Wir haben keine gravierenden Meinungsverschiedenheiten mit dem Libanon. Es gibt einige kleinere Grenzstreitigkeiten, die sich beilegen lassen.»

Iran beschlagnahmt zwei Containerschiffe

12.24: Die Iranische Revolutionsgarde gibt an, zwei der zuvor beschossenen Schiffe beschlagnahmt zu haben. Diese hatten versucht, die Strasse von Hormus zu passieren.

«Die Marine des Korps der Islamischen Revolutionsgarden hat zwei Schiffe, die gegen die Vorschriften verstiessen, beschlagnahmt und an die iranische Küste gebracht», erklären die Behörden in einer Mitteilung. «Jede Störung der Ordnung und Sicherheit in der Strasse von Hormus ist für uns eine rote Linie.»

Gemäss dem iranischen Staatsfernsehen handle es sich bei den Frachtern um die «MSC Francesca» und die «Epaminodes».

Iran beschiesst weiteres Containerschiff

10.05: Wie die britische Marinebehörde UKMTO meldet, wurde ein weiteres Containerschiff in der Strasse von Hormus beschossen. Diesmal wurden keine Schäden gemeldet, die Besatzung sei in Sicherheit.

UKMTO
Die UKMTO meldet einen weiteren Beschuss. - keystone

Bericht: Toter nach Angriff Israels im Libanon

09.23: Trotz der im Libanon geltenden Waffenruhe zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israel soll es einem Bericht zufolge bei einem israelischen Drohnenangriff einen Toten gegeben haben.

Zwei weitere Menschen seien in der Nacht im Süden der Bekaa-Ebene verletzt worden, meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Ein israelischer Armeesprecher wies die Darstellung auf Anfrage hingegen zurück. Ein solcher Angriff sei dem Militär nicht bekannt, sagte er.

Israelische Soldaten sind weiterhin im Südlibanon stationiert. Israel hat dort nach eigenen Angaben eine sogenannte Sicherheitszone eingerichtet, die zum Schutz der nordisraelischen Ortschaften vor Hisbollah-Angriffen dienen solle. Die libanesische Führung spricht dagegen von einer Besatzung seines Staatsgebiets.

Iran richtet abermals mutmasslichen Spion hin

09.12: Inmitten einer Serie von Hinrichtungen hat Irans Justiz erneut ein Todesurteil aufgrund von Spionagevorwürfen vollstreckt.

Ein Mann sei am Morgen durch Erhängen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Irans Justiz hatte ihm Zusammenarbeit mit dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad zur Last gelegt.

Irans Revolutionsgarden fordern Wachsamkeit trotz Feuerpause

09.05: Irans Revolutionsgarden haben nach einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe erhöhte Wachsamkeit gefordert.

Die iranischen Streitkräfte seien auf dem «Höhepunkt der Bereitschaft» zur Fortsetzung der Kampfhandlungen, hiess es in einer Erklärung der Elitestreitmacht. In einer neuen Phase der Eskalation könnten die Streitkräfte «vernichtende und für den Feind unvorstellbare Schläge gegen die verbleibenden Vermögenswerte» in der Region ausführen.

Iran attackiert Containerschiff

08.15: Iranische Revolutionsgarden haben am Mittwochmorgen auf ein Containerschiff in der Strasse von Hormus geschossen. Dies teilt das britische Miliär mit.

In der Strasse von Hormus wurde ein Containerschiff attackiert. - X / @UK_MTO

Berichten zufolge habe das iranische Schiff das Feuer ohne Vorwarnung eröffnet. Verletzte geb es keine, wie es heiset. Der Iran hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäussert.

Trump: «Iran kollabiert finanziell»

06.00: Donald Trump legt auf Truth Social nach. In einem Post behauptet er, der Iran stehe vor dem finanziellen Zusammenbruch: «Der Iran kollabiert finanziell! Sie wollen, dass die Strasse von Hormus sofort geöffnet wird – sie hungern nach Bargeld!»

Der US-Präsident schreibt, dass das Regime täglich 500 Millionen Dollar pro Tag verlieren würde. «Militär und Polizei beschweren sich, dass sie nicht bezahlt werden.»

Verlängerte Waffenruhe stoppt Ölpreis-Anstieg kaum

04.00: Trotz der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran hat sich an den Ölmärkten keine echte Entspannung abgezeichnet. Der Preis der Nordseesorte Brent gab nach der Ankündigung etwas nach.

Feuerpause USA
Die Feuerpause zwischen dem Iran und den USA soll laut US-Präsident Trump auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Doch am Ölmarkt sorgt das kaum für Entspannung. (Archivbild) - Keystone

Brent zur Lieferung im Juni kostete vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder über hundert Dollar. Zuletzt lag der Preis bei 99 Dollar. Im Vergleich zum Vortag (US-Zeit) entspricht das dennoch einem Plus von knapp vier Prozent. Der Anstieg bei der US-Sorte WTI fiel weniger stark aus.

US-Finanzminister: Blockade nimmt Iran wichtige Einnahmen

02.30: Die anhaltende Blockade des iranischen Seehandels beeinträchtigt nach Meinung von US-Finanzminister Scott Bessent Teherans Wirtschaftskraft schwer.

Scott Bessent
Scott Bessent ist US-Finanzminister. - keystone

Die Lager auf der für den Ölhandel wichtigen Insel Charg würden in wenigen Tagen voll sein, weshalb die Ölfelder stillgelegt werden müssten, schrieb Bessent auf der Plattform X. «Die Beschränkung des iranischen Seehandels zielt direkt auf die wichtigsten Einnahmequellen des Regimes ab.»

Militärs planen Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus

01.01: Für einen möglichen Einsatz zur Sicherung der Strasse von Hormus treffen sich heute Militärs aus 30 Ländern im britischen Militärhauptquartier Northwood in London. Das von Grossbritannien und Frankreich ausgerichtete zweitägige Planungstreffen folgt auf eine internationale Konferenz in der französischen Hauptstadt in der vergangenen Woche.

London und Paris wollen einen neutralen Marineeinsatz organisieren, der sich klar von den Kriegsparteien abgrenzt, um Handelsschiffe zu begleiten und zu sichern. Auch Deutschland erwägt einen Beitrag zur Minenräumung und Seeaufklärung.

Berater von Irans Parlamentspräsident: Verlängerung ist «Finte» für Überraschungsschlag

23.15: Scharfe Töne aus Teheran: Mahdi Mohammadi, Berater des iranischen Parlamentspräsidenten, hält Trumps Verlängerung der Waffenruhe für wertlos. «Die Verliererseite kann keine Bedingungen diktieren.

Die Fortsetzung der Belagerung unterscheidet sich nicht von einem Bombardement und muss militärisch beantwortet werden», schrieb Mohammadi laut übersetzten Auszügen in den sozialen Medien.

Iran-Krieg
Im Iran-Krieg soll weiter Waffenruhe gelten. - keystone

Die Verlängerung sei «mit Sicherheit ein Manöver, um Zeit für einen Überraschungsschlag zu gewinnen». Jetzt sei der Moment gekommen, in dem der Iran die Initiative ergreifen müsse.

Iran: Haben keine Verlängerung erbeten

23.05: Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet kurz nach Trumps Ankündigung, eine offizielle Position Irans werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Agentur habe aus Quellen erfahren, dass Teheran keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten habe.

Das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden berichtete weiter, der Iran werde die für den Welthandel wichtige Strasse von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen.

Trump will Waffenruhe verlängern

22.50: Trump will die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran verlängern. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen geeinten Vorschlag unterbreite, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

Wenig überraschend sei die Führung im Iran tief gespalten, schrieb Trump. Deshalb sollten die Waffen ruhen, bis es zu einem geeinten Vorschlag kommen werde und die Gespräche zu einem Ende kämen, «auf die eine oder die andere Art und Weise». Es war zunächst unklar, ob sich auch Israel wie zuletzt an die Waffenruhe gebunden fühlt. Auch aus dem Iran lag zunächst keine Reaktion vor.

Donald Trump
Donald Trump will die Waffenruhe bis auf Weiteres verlängern. - X/@realDonaldTrump

Trump teilte zudem mit, er habe dem US-Militär befohlen, die Strasse von Hormus weiter für Schiffe zu blockieren, die von iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Teheran hatte die Blockade zuvor als Hindernis für weitere Verhandlungen dargestellt.

USA verhängen Sanktionen gegen Irans Waffen-Netzwerk

23.12: Die USA haben ein internationales Netzwerk zur Beschaffung von Waffen und Komponenten für den Iran mit Sanktionen belegt. Das Finanzministerium setzte nach eigenen Angaben 14 Personen, Firmen und Flugzeuge auf die Sanktionsliste.

Betroffen sind den Angaben zufolge Akteure im Iran, in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie sollen an der Beschaffung oder dem Transport von Material für Irans Raketen- und Drohnenprogramme beteiligt gewesen sein. Im Fokus stehen unter anderem Bauteile für Drohnen sowie Vorprodukte für Raketentreibstoff.

Kommentare

User #1598 (nicht angemeldet)

Libanon ist Libanon und nicht Hisbollah! Israel hat dort nichts zu suchen! Sie haben den Krieg mit Libanon angefangen und das ist eine Schweinerei!

User #1576 (nicht angemeldet)

Iran-Contra war ein politischer Skandal in den Vereinigten Staaten, der sich um den Waffenhandel mit dem Iran zwischen 1981 und 1986 drehte, der von hochrangigen Beamten der Reagan-Regierung ermöglicht wurde.

Weiterlesen

Donald Trump Iran
73 Interaktionen
Wie weiter?
12 Interaktionen
Teheran/Washington
x
682 Interaktionen
Hormus-Blockade

MEHR IN NEWS

Feuer Möbel
3 Interaktionen
Herisau AR
Swiss Flughafen Zürich
1 Interaktionen
Mit 140 Flügen
öl
6 Interaktionen
Iran-Krieg
Grünes Licht

MEHR AUS IRAN

Strasse von Hormus
1 Interaktionen
Lage angespannt
2 Interaktionen
Teheran
Iranische Flagge
8 Interaktionen
Nach Protesten
trump iran
902 Interaktionen
Verhandlungen