Ticker: Iran sagt ab – Trump verlängert Waffenruhe

Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft aus – eine Fortsetzung der Verhandlungen scheint es vorerst nicht zu geben.

Iran-Krieg
US-Präsident Donald Trump will die Seeblockade in der Strasse von Hormus aufrechterhalten – der Iran will sich damit nicht unter Druck setzen lassen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Kurz vor Ende der Waffenruhe scheint eine Fortsetzung der USA-Iran-Gespräche zu scheitern.
  • Zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen.
  • Irans Parlamentspräsident hat Verhandlungen unter Druck abgelehnt.
  • Trump kündigte am Dienstagabend an, die Waffenruhe zu verlängern.

Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist offen, ob die Verhandlungen weitergehen. Beide Seiten zeigen sich unnachgiebig – die US-Delegation um Vizepräsident JD Vance verzögert ihre Abreise nach Pakistan.

Wie geht es im US-Iran-Konflikt weiter?

Hauptstreitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. Trump teilte auf Truth Social mit, er halte bis zu einer Einigung daran fest. Teheran macht laut pakistanischen Sicherheitskreisen die Aufhebung der Blockade zur Bedingung für weitere Gespräche.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, der die iranische Delegation zuletzt angeführt hatte, lehnte Verhandlungen unter Druck ab. Der Iran habe nach der Feuerpause neue militärische Mittel in der Hinterhand.

Die neuesten Entwicklungen gibt es hier im Nau.ch-Ticker:

Iran sagt ab – Trump verlängert Waffenruhe

22.20: Der Iran nimmt nicht an den Verhandlungen mit den USA in Pakistan teil. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim rede das Regime von einem «endgültigen» Entscheid, berichten mehrere Medien. Die zweiwöchige Waffenruhe endet am Mittwoch.

Donald Trump
Donald Trump will die Waffenruhe bis auf Weiteres verlängern. - X/@realDonaldTrump

Auf Truth Social schreibt Donald Trump derweil, dass die iranische Regierung ernsthaft gespalten sei. «Auf Ersuchen von Feldmarschall Asim Munir sowie des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif wurden wir gebeten, unseren Angriff auf den Iran so lange auszusetzen, bis deren Führer und Vertreter einen einheitlichen Vorschlag vorlegen können.»

Er habe deshalb das US-Militär angewiesen, «die Blockade fortzusetzen und in jeder anderen Hinsicht bereit und einsatzfähig zu bleiben, und werde daher den Waffenstillstand so lange verlängern, bis ihr Vorschlag vorgelegt und die Gespräche auf die eine oder andere Weise abgeschlossen sind».

Iran: Blockade iranischer Häfen ist Verstoss gegen Waffenruhe

21.25: Kurz vor Auslaufen der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wirft Teheran Washington erneut Verletzungen der Feuerpause vor. «Iranische Häfen zu blockieren, ist ein kriegerischer Akt und somit ein Verstoss gegen die Waffenruhe», schrieb der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi auf X. Der Angriff auf ein Handelsschiff und die «Geiselnahme» seiner Besatzung sei ein noch schwerwiegenderer Verstoss.

USA Iran
Das Blockieren iranischer Häfen sei ein Verstoss gegen die Waffenruhe, wirft der Iran den USA vor. - keystone

US-Streitkräfte hatten in der Nacht zu Dienstag einen Öltanker geentert, der zuvor von den USA wegen Zusammenarbeit mit dem Iran mit Sanktionen belegt worden war.

Iran: Noch keine Entscheidung über Teilnahme an Verhandlungen

20.35: Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist weiter ungewiss, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt. Nach pakistanischen Angaben gibt es bisher keine Zusage Irans zu Friedensgesprächen in Islamabad.

Die Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien ende am Mittwoch um «4:50 am PST», hiess es in einer Mitteilung des pakistanischen Informationsministers Attaullah Tarar auf X. Eine Umrechnung der Pakistan Standard Time (PST) ergibt 1:50 Uhr am Mittwochmorgen deutscher Zeit als Auslaufen der Waffenruhe – sehr viel eher als bisher angenommen.

Iran meldete später, man habe sich noch nicht entschieden, an direkten Gesprächen mit den USA in Pakistan teilzunehmen. «Die jetzige Situation ist nicht auf eine Unentschlossenheit oder Verzögerungstaktik des Irans zurückzuführen, sondern auf widersprüchliche Botschaften, unklare Verhaltensmuster und inakzeptable Handlungen der USA», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai in einem Interview des Staatssenders Irib.

Vance noch nicht auf dem Weg nach Pakistan

19.27: Vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan verzögert sich US-Medienberichten zufolge die Abreise der US-Delegation um Vizepräsident JD Vance. Er hätte eigentlich am Morgen (Ortszeit Washington) zu einer möglichen weiteren Verhandlungsrunde mit dem Iran aufbrechen sollen, berichten die «New York Times» und der Sender CNN am Mittag.

Stattdessen befinde sich Vance aber noch in Washington, um an weiteren politischen Besprechungen im Weissen Haus teilzunehmen, hiess es unter Berufung auf einen Regierungsbeamten.

JD Vance
Die Abreise von JD Vance nach Pakistan verzögert sich. - keystone

«Axios»-Reporter Barak Ravid schrieb auf der Plattform X, dass sich auch der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner noch in den USA befänden. Das Flugzeug, dass sie eigentlich am Morgen von Miami nach Pakistan hätte bringen sollen, sei erst am Mittag abgehoben und befinde sich nun auf dem Weg nach Washington.

Trotz Waffenruhe wieder Zwischenfälle im Libanon

18.33: Trotz der im Libanon geltenden Waffenruhe zwischen proiranischer Hisbollah-Miliz und Israel hat Israels Armee eigenen Angaben zufolge Personen dort angegriffen. Diese hätten von Israel kontrolliertes Gebiet betreten und eine unmittelbare Bedrohung für israelische Soldaten dargestellt, teilte das Militär am Abend mit. Damit hätten sie gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstossen.

Auch aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, zwei libanesische Männer hätten sich auf verdächtige Weise einer Gegend im Süden des Landes genähert, die Zivilisten derzeit nicht betreten dürften.

libanon
Israel und der Libanon haben sich auf eine zehntägige Waffenruhe geeinigt. - keystone

In einer Erklärung des israelischen Militärs hiess es weiter, dass es zwei ähnliche Vorfälle auch am Montag gegeben habe. «In all diesen Fällen hat die israelische Luftwaffe die Terroristen angegriffen, um die Bedrohung zu beseitigen.» Ob es dabei letztlich Verletzte oder gar Tote gab, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es weiter, Israels Armee habe ausserdem zwei Raketen auf eine Gegend im Süden des Landes gefeuert. Zudem gab es demnach israelischen Artilleriebeschuss auf einen weiteren Ort im Südlibanon. Das israelische Militär äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu beiden Vorfällen.

Pentagon: Haben Schiff mit Verbindungen zum Iran geentert

17.08: US-Streitkräfte haben vergangene Nacht einen Öltanker geentert, der zuvor von den USA wegen Zusammenarbeit mit dem Iran mit Sanktionen belegt worden war. Es handele sich um ein «staatenloses sanktioniertes» Schiff, das im indopazifischen Raum gestoppt worden sei, teilte das Pentagon auf der Plattform X mit.

Die USA würden weltweit Massnahmen ergreifen, «um illegale Netzwerke zu zerschlagen und sanktionierte Schiffe abzufangen, die dem Iran materielle Unterstützung leisten – wo auch immer sie operieren». Internationale Gewässer seien kein Zufluchtsort für sanktionierte Schiffe.

Trump: Iran hat keine andere Wahl, als weiterzuverhandeln

16.25: Vor möglichen weiteren Gesprächen mit dem Iran in Pakistan sieht US-Präsident Donald Trump sein Land in einer starken Verhandlungsposition. Der Iran habe keine andere Wahl, als Vertreter für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken.

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump am Samstag im Weissen Haus. - keystone

Das sagte Trump dem Sender CNBC in einem Interview. Er denke, dass man einen «grossartigen Deal» erzielen werde. «Ich denke, sie haben keine andere Wahl», sagte er über den Iran. Trump bekräftigte dabei auch, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben werde, wenn es ein «finales Abkommen» gebe.

Die Waffenruhe sei gut gewesen, weil die USA währenddessen ihre Munitionsvorräte wieder aufgefüllt hätten. Die US-Streitkräfte seien bereit wieder anzugreifen, betonte er. Auch der Iran habe seine Munitionsvorräte wahrscheinlich «ein bisschen» aufgefüllt, sagte Trump.

Iran zeigt sich kriegsbereit: «Hölle» für USA und Israel

14.17: Irans Militär hat sich vor dem Auslaufen der Waffenruhe bereit für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen Israel und die USA gezeigt. Das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen.

Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden.

Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine «Hölle» für die Amerikaner und Israelis schaffen, hiess es.

Israel und die USA hatten am 28. Februar einen Krieg gegen den Iran begonnen. Vor gut zwei Wochen einigten sich die Konfliktparteien auf eine zweiwöchige Waffenruhe, die am Mittwochabend (Ortszeit Washington) ausläuft.

Vertreter aus Washington und Teheran hatten unter Vermittlung Pakistans über ein Ende des Konflikts gesprochen. Die Verhandlungen endeten ohne Ergebnis.

Im Raum steht nun eine zweite Gesprächsrunde. Die iranische Seite hat einer Teilnahme noch nicht zugesagt.

Trump wirft Iran Bruch der Waffenruhe vor

14.12: Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wirft US-Präsident Donald Trump Teheran vor, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben.

«Der Iran hat die Waffenruhe mehrfach verletzt!», schreibt Trump in einem neuen Post auf Truth Social. Details nannte der US-Präsident nicht; sein Post umfasste nur diesen einen Satz.

trump
US-Präsident Donald Trump wirft dem Iran den Bruch der Waffenruhe vor. - keystone

Trump hatte zuvor gesagt, er halte eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran für «sehr unwahrscheinlich», sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben. Er nannte Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause.

Weil der Iran den USA zeitlich siebeneinhalb Stunden voraus ist, würde das Ende der Waffenruhe dort in die Morgenstunden am Donnerstag fallen.

Iran: Bisher keine Delegation nach Pakistan gereist

11.08: Der Iran hat nach Informationen des Staatsfernsehens noch keine Vertreter für Gespräche mit den USA nach Pakistan geschickt. Weder Experten für Vorgespräche noch eine Hauptdelegation seien in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist.

Das ging aus einem Bericht hervor. Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist damit weiter ungewiss, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt.

Regierungsvertreter hätten betont, Verhandlungen nicht unter dem Schatten von «Drohungen und Vertragsbrüchen» zu führen, berichtete der staatliche iranische Rundfunk.

Eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA hänge davon ab, ob die Amerikaner von ihren Positionen abrücken. Genauere Details nannte der Bericht nicht.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Donald Trump hatte auf Truth Social mitgeteilt, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe.

Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung der Seeblockade.

Israel: Hisbollah-Chef wird «mit seinem Kopf bezahlen»

10.43: Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht.

Naim Kassim werde «mit seinem Kopf bezahlen», sagte Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag.

Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals «ynet».

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Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz. - keystone

Die Hisbollah habe Israel «im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen» und werde dafür den Preis zahlen.

«Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren», sagte Katz demnach.

Optimismus an Börsen in Ostasien hält an

04.33: Die Börsenkurse in Ostasien sind vor Ablauf der derzeitigen Waffenruhe im Iran erneut gestiegen. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte eine Stunde nach Handelsstart um rund zwei Prozent.

Damit rangiert er derzeit sogar höher als noch zu Beginn des aktuellen Iran-Kriegs Ende Februar. Der japanische Nikkei 225 stieg zum selben Zeitpunkt – 10 Uhr morgens Ortszeit – um knapp 1,2 Prozent.

Leavitt: USA waren einem guten Deal mit dem Iran nie näher

03.45: Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit dem Iran näher denn je.

«Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schliessen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat», sagte die Sprecherin des Weissen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News.

iran leavitt
Karoline Leavitt, Sprecherin von Donald Trump, behauptet, dass die USA sehr nahe an einem Deal mit Iran sei. - keystone

Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später aufkündigte. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter. Sollte es dennoch nicht dazu kommen, habe der Präsident mehrere Optionen zur Verfügung, «von denen er ohne zu zögern Gebrauch machen wird.» Trump habe zuvor gezeigt, dass er seinen Worten Taten folgen lasse.

Libanon meldet Verletzte nach israelischem Angriff

21.53: Bei einem israelischen Angriff im Libanon sind nach Behördenangaben trotz einer geltenden Waffenruhe mehrere Menschen verletzt worden. Das Gesundheitsministerium in der Hauptstadt Beirut meldete, dass bei einem Angriff in der Provinz Nabatija im Südlibanon sechs Menschen verletzt wurden.

Ein israelischer Armeesprecher dementierte den Angriff. Er sagte, man habe keine Informationen zu einem solchen Angriff Israels.

Kommentare

User #5335 (nicht angemeldet)

Trump hat sich verrechnet. Iran ist stärker als gedacht.

User #5335 (nicht angemeldet)

Ich würde Trump nicht antworten.

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