Krieg

Iran-Krieg: USA blockieren Strasse von Hormus – ohne Nato

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA brachten kein Ergebnis. Derweil greift Israel die Hisbollah im Libanon weiter an.

Donald Trump USA Iran
Donald Trump hat nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran eine Blockade der Strasse von Hormus angekündigt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Iran und die USA haben sich auf eine Feuerpause geeinigt.
  • Die am Samstag begonnenen Gespräche wurden ohne Ergebnis beendet.
  • Seit 16 Uhr Schweizer Zeit haben die USA mit der Sperrung der Strasse von Hormus begonnen.
  • Hier im Ticker verpasst du keine neue Entwicklung.

In der Nacht auf Mittwoch einigten sich der Iran und die USA kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums auf eine Feuerpause. Zwei Wochen lang sollen die Waffen ruhen, während die Verhandlungen weitergehen. Gespräche zwischen einer US-Delegation um JD Vance und iranischen Vertretern in Pakistan brachten jedoch keine Ergebnisse.

Anschliessend verkündete Trump, die Übernahme der Kontrolle in der Strasse von Hormus durch die USA. Laut dem US-Militär soll ab 16 Uhr am Montag (Schweizer Zeit) der Seeverkehr für Schiffe blockiert werden, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

Siehst du ein baldiges Ende im Iran-Krieg?

Am Sonntagabend hiess es aus Teheran dazu: Wer sich der Strasse von Hormus mit militärischen Schiffen nähern würde, müsste mit einer «entschiedenen und kraftvollen Reaktion» rechnen. Den Waffenstillstand würde man dann nämlich als «gebrochen» ansehen.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten und die brüchige Waffenruhe auf dem Laufenden.

Trump: «Iranische Marine liegt am Meeresgrund»

16.36: US-Präsident Donald Trump hat sich nach Beginn der Hormus-Blockade durch die USA erstmals gemeldet. «Die iranische Marine liegt am Meeresgrund, vollständig vernichtet – 158 Schiffe», schrieb er auf Truth Social.

Die wenigen Schnellboote habe man nicht als nennenswerte Bedrohung angesehen und deshalb auch nicht getroffen. Doch: «Sollte sich eines dieser Schiffe auch nur annähernd unserer BLOCKADE nähern, wird es sofort ELIMINIERT, und zwar mit demselben Tötungssystem, das wir gegen die Drogenhändler auf Booten auf See anwenden.»

Das System sei «schnell und brutal».

Pakistan: «Arbeiten weiterhin mit aller Kraft daran»

16.02: Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Pakistan agiert als zentraler Vermittler zwischen Iran und den USA.

sharif
Shehbaz Sharif präsentiert sich als Vermittler zwischen den USA und Iran. (Archivbild) - keystone

Man arbeite weiterhin «mit aller Kraft» daran, den Konflikt beizulegen. Die Gespräche zwischen den Kriegsparteien, die am Wochenende in Islamabad geführt wurden, waren ohne Einigung zu Ende gegangen.

Nato-Staaten beteiligen sich nicht an Hormus-Mission

15.47: Um 16 Uhr Schweizer Zeit soll die Hormus-Kontrolle durch die USA beginnen. Obwohl Trump bei seiner Ankündigung von der Unterstützung einiger Länder sprach, muss er wohl ohne die Nato-Staaten auskommen.

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump wird bei der Blockade der Strasse von Hormus nicht auf die Unterstützung der Nato-Verbündeten zählen können. - keystone

Die Verbündeten, darunter Grossbritannien und Frankreich, haben gemäss «Reuters» erklärt, sich nicht an der Blockade zu beteiligen. Ihre Weigerung zur Teilnahme ist ein weiterer Streitpunkt mit Trump.

Der Republikaner hatte seinem Ärger über das Bündnis bereits mehrmals Luft gemacht.

Macron plant Konferenz für Hormus-Mission mit Verbündeten

11.33: Frankreich und Grossbritannien wollen in den kommenden Tagen eine Konferenz für eine mögliche Mission in der Strasse von Hormus abhalten.

Gemeinsam mit anderen Ländern, die an einem solchen friedlichen Einsatz mitwirken wollen, um die freie Schifffahrt in der Meeresenge wiederherzustellen, wolle man sich zusammensetzen, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X.

macron
Emmanuel Macron (rechts) und der britische Premier Keir Starmer. - keystone

«Diese strikt defensive Mission, die von den Kriegsparteien getrennt ist, soll durchgeführt werden, sobald die Situation es ermöglicht.»

Macron hatte zuletzt von einem guten Dutzend Länder gesprochen, die sich an einer solchen Initiative beteiligen wollten. Wer genau bei der Konferenz dabei ist und wann sie stattfindet, teilte Frankreich zunächst nicht mit.

London unterstützt Trumps Seeblockade nicht

10.48: Die britische Regierung unterstützt die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Blockade der Strasse von Hormus ausdrücklich nicht. Das sagte Premierminister Keir Starmer am Morgen in der BBC.

Der britische Premierminister Keir Starmer Keir Starmer
Keir Starmer - keystone

Alle diplomatischen, politischen und militärischen Massnahmen seien darauf ausgerichtet, die Meerenge wieder zu öffnen, sagte Starmer. Ohne Details zu nennen, verwies er auf britische Kapazitäten zum Räumen von Minen.

Gescheiterte Nahost-Verhandlungen belasten Schweizer Börse

10.45: Am Schweizer Aktienmarkt herrscht nach dem Wochenende Ernüchterung. Wegen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten geht es wieder klar nach unten.

Der Schweizer Leitindex SMI verliert gegen 9.45 Uhr 0,57 Prozent auf 13'107,49 Punkte. Dabei dominieren die Verlierer das Tableau klar.

Irans Militär bezeichnet Seeblockade als «Akt der Piraterie»

9.40: Irans Streitkräfte haben die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade in der Strasse von Hormus als «Akt der Piraterie» bezeichnet.

Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Massnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim.

Donald Trump
Nach den vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hat Trump am Sonntag die Seeblockade angekündigt. - keystone

«Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden», sagte der Sprecher weiter.

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade der Strasse von Hormus durch das US-Militär soll an diesem Montag beginnen.

Iran-Experte: «Teheran wird wahrscheinlich nicht nachgeben»

06.01: Der Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X: «Der Iran wird wahrscheinlich nicht nachgeben.» Er könnte Teile der US-Marine ins Visier nehmen, um die Entschlossenheit der Amerikaner zu testen.

Auch der Iran-Forscher Hamidreza Azizi befürchtet, dass der Iran die mit ihm verbündete Huthi-Miliz im Jemen ermutigen wird, die Meerenge Bab al-Mandab und damit die Einfahrt zum Roten Meer und zum weiter nördlich gelegenen Suezkanal unter Beschuss zu nehmen.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim schrieb auf X: «Wenn Trump gegen die Strasse von Hormus vorgeht, wird er auch die Meerenge von Bab al-Mandab verlieren».

Während Blockade will USA eine geschützte Passage einrichten

05.30: Das «Wall Street» Journal zitiert amtierende und ehemalige US-Verteidigungsbeamte, die sagten, dass die Blockade der USA Zeit verschaffen würde, Minen dort zu räumen und eine geschützte Passage für die Handelsschifffahrt einzurichten.

Erneute iranische Angriffe würden diese Mission jedoch schnell erschweren, hiess es. Irans Revolutionsgarden verfügten weiterhin über einen Grossteil ihrer umfangreichen Flotte wendiger Schnellboote, mit denen sie die Strasse von Hormus kontrollierten.

Mehr als 60 Prozent dieser schnellen Angriffsboote seien intakt und stellten weiterhin eine Bedrohung dar, wurde Farzin Nadimi von der Denkfabrik Washington Institute zitiert.

Nach Trumps Seeblockade-Ankündigung: Ölpreise steigen

05.02: Die Ölpreise sind nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran gestiegen. Ein Barrel Brent zur Lieferung im Juni kostete zur Eröffnung am Montag (MESZ) 102,50 US-Dollar.

Iran-Krieg
Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran steigt der Ölpreis wieder. (Archivbild) - Keystone

Vor dem Start der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad am Samstag hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 Dollar gelegen. Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai legte in der Nacht zum Montag wieder zu.

Börsen in Ostasien sinken nach angekündigter US-Seeblockade

04.43: Die Börsenkurse in Ostasien sind nach der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Seeblockade der Strasse von Hormus mit Verlusten in die Handelswoche gestartet. Der japanische Leitindex Nikkei 225 sank bis zum Vormittag (Ortszeit) um knapp 0,9 Prozent.

Der südkoreanische Kospi rangierte zum selben Zeitpunkt rund ein Prozent im Minus. Der Hongkonger Hang Seng gab im Morgenhandel ebenfalls um ein Prozent nach.

Ölpreis
Die ostasiatischen Leitindizes sind negativ in die Handelswoche gestartet (Archivbild). - Keystone

Nahezu unverändert hielt sich der in Shanghai gehandelte CSI 300, der die wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen abbildet, mit einem Plus von 0,1 Prozent. Der australische S&P ASX 200 sank um 0,5 Prozent.

US-Militär: Seeblockade der Strasse von Hormus beginnt Montag

03.13: Die von Trump angekündigte Seeblockade der Strasse von Hormus durch das US-Militär soll am Montag beginnen. Ab 10.00 Uhr US-Ostküstenzeit (16.00 Uhr MESZ) werde der Seeverkehr für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, kündigte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X an.

Dies schliesse iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, hiess es weiter. Zugleich erläuterte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen ist, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde.

Strasse von Hormus
Die US-Marine wird laut Donald Trump alle Schiffe blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen. - Keystone

Nach den vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatte Trump am Sonntag die Seeblockade angekündigt, zunächst aber noch keinen genauen Beginn dieser genannt. Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Trump erwägt begrenzte Militärschläge im Iran

00.54: Trump ‌und ​seine Berater erwägen einem ‌Zeitungsbericht zufolge die ​Wiederaufnahme begrenzter Militärschläge im Iran. Diese Massnahme sei zusätzlich zur ​amerikanischen Blockade der Strasse von Hormus im Gespräch, berichtet ​das «Wall Street Journal» unter Berufung auf ‌Insider. Damit solle der Stillstand bei den Friedensgesprächen überwunden werden.

Irans Marinechef: Trumps Blockade-Drohung «lächerlich»

23.39: Die Ankündigung Trumps, die Strasse von Hormus zu blockieren, ist vom Chef der iranischen Marine als «lächerlich» zurückgewiesen worden.

Schahram Irani sagte am Sonntagabend nach Angaben des Staatsfernsehens: «Die Drohungen des amerikanischen Präsidenten, Iran auf See zu blockieren, sind lächerlich und absurd.» Die iranische Marine «überwacht und kontrolliert alle Bewegungen der aggressiven amerikanischen Armee in der Region».

Kommentare

User #5757 (nicht angemeldet)

Das bedeutet, dass eine Westmacht militärisch die Lieferkette für andere westlich Länder blockiert und da folgt von Ländern wie der Schweiz kein Aufschrei oder politischer Druck? Unser "Verbündeter" USA treibt die Treibstoffpreise in die Höhe und sorgt in der wichtigsten Anbausaison für Düngerengpässe und wir akzeptieren das einfach so?

User #4786 (nicht angemeldet)

Wer hat eigentlich das Drehbuch dazu geschrieben? David Cameron? Im Auftrag des Irans?

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