Indonesien will Borneo-Nashorn mit künstlicher Befruchtung retten
In Indonesien soll das letzte bekannte wild lebende Borneo-Nashorn gefangen werden. Von dem Tier namens Pari sollen Eizellen für eine künstliche Befruchtung mit Sperma von Sumatra-Nashörnern entnommen werden, um die Art vor dem Aussterben zu bewahren

Dies teilte ein Verantwortlicher einer indonesischen Naturschutzbehörde am Freitag mit. Pahu lebt im Kelian-Nashornschutzgebiet in Indonesien, Pari ist noch in freier Wildbahn in der Region Kutai Kartanegara auf der Insel Kalimantan (Borneo) unterwegs ist.
Fachleute haben bereits versucht, Eizellen von Pahu für eine künstliche Befruchtung zu entnehmen. Da das Tier jedoch bereits ein hohes Alter von etwa 40 Jahren erreicht hat und zudem unter gesundheitlichen Problemen leidet, konnten bislang keine lebensfähigen Eizellen gewonnen werden, erklärte Ari Wibawanto, Leiter der Naturschutzbehörde von Ost-Kalimantan.
Die gesamte Hoffnung der Artenschützer ruht deshalb auf Pari. Das Tier scheint jünger zu sein, wie Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten.
Um das Nashorn einzufangen, wurden bereits Fallen aufgestellt. Nach einer erfolgreichen Gefangennahme soll die Nashorn-Kuh per Lufttransport in eine gesicherte Einrichtung gebracht werden.
Nach dem Fang soll Pari per Lufttransport in eine sichere Einrichtung gebracht werden. Dort sei geplant, ihr Eizellen zu entnehmen und diese mit dem Sperma eines Sumatra-Nashorns ausserhalb des Mutterleibs zu befruchten. Bei Erfolg solle eine Leihmutter das Junge austragen.
Das Borneo-Nashorn ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns. Forschende gehen davon aus, dass die beiden Tiere genetisch nah genug verwandt sind, um zur Erhaltung eines Teils des genetischen Erbes der Borneo-Linie beizutragen.
Im Jahr 2024 gelang Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Deutschland erstmals eine erfolgreiche In-vitro-Fertilisation bei einem Breitmaulnashorn. Dieser Durchbruch weckte neue Hoffnungen, dass ähnliche Verfahren künftig auch bei anderen Nashornarten angewendet werden könnten.










