Indien: Waffenschein gibts nur nach zehn gepflanzten Bäumen
Waffen für Umweltschutz –was auf den ersten Blick merkwürdig wirkt, ist im indischen Punjabi Realität.

Das Wichtigste in Kürze
- Wer in Ferozepur einen Waffenschein will, muss zehn Bäume pflanzen.
- Damit soll die Waldfläche aufgestockt werden.
- In der Region sind die Menschen Waffen-begeistert.
Eine Waffe kaufen und damit die Umwelt schützen? Im Bezirk Ferozepur im indischen Punjabi besteht diese Verknüpfung. Wer dort einen Waffenschein erwerben möchte, muss dafür zehn Bäume pflanzen.
Dies berichtet «NDR». Die Antragssteller müssen ein Foto vorweisen, auf dem die Setzlinge zu sehen sind.
Einen Monat danach muss nochmals ein Foto vorgewiesen werden. Damit wird kontrolliert, dass die jungen Bäume auch gepflegt werden und wachsen. Erst dann wird der Antrag für einen Waffenschein überhaupt geprüft.
Bereits 1000 neue Bäume
Die Bewohner des Bezirks sind Waffennarren. Seit der Einführung der Regelung wurden laut «NDR» 300 Anträge bearbeitet. 200 wurden aber abgelehnt, etwa weil die Personen keinen einwandfreien Leumund haben.

Demnach müssten so 1000 neue Bäume in der Region wachsen. Zur Reglung kam es wegen des Waldrückgangs. Unter anderem fiel der Wald dem Infrastruktur-Ausbau zum Opfer.
Eingeführt wurde der Anforderungszusatz im Juni. Zudem gilt die Neuerung auf für Personen, die ihre Lizenz erneuern. Wie ein Waffenladen-Besitzer dem «NDR» erzählt, habe die neue Regelung keinen Einfluss auf Geschäft.
Die Leute hätten einfach zusätzlich ein gutes Gefühl. Zudem seien viele der Bewohner so oder so Landbesitzer und Bauern. Das Bäume-Pflanzen sei also kein Problem. Somit dienen Waffen – zumindest in Ferozepur – der Umwelt.











