HIV

    HIV breitet sich in Fidschi stark aus

    Melsada Zec-Zejnic
    Melsada Zec-Zejnic

    Fidschi,

    Die HIV-Neuinfektionen in Fidschi steigen stark. Die Regierung reagiert mit einem Notstand und will Prävention und Behandlung ausbauen.

    hiv fidschi
    Fidschi hat wegen der stark steigenden Zahl von HIV-Infektionen einen nationalen Notstand ausgerufen. (Archivbild) - Depositphotos

    Gesundheitsminister Dr. Atonio Lalabalavu erklärte den Notstand am 17. September offiziell. Herkömmliche Massnahmen zur Seuchenbekämpfung reichten nicht mehr aus, um die Krise einzudämmen, sagte er gemäss «CNN».

    Schätzungsweise einer von 60 Erwachsenen in Fidschi lebt inzwischen mit HIV. Vor fünf Jahren war es noch etwa einer von 167, berichtet «Euronews».

    Allein 2025 wurden in dem Pazifikstaat 2'016 neue HIV-Fälle registriert. Als wesentliche Treiber der Ausbreitung gelten sexuelle Übertragungen und injizierender Drogenkonsum.

    Viele HIV-Infizierte kennen ihren Status nicht

    Bei den Fällen mit bekanntem Übertragungsweg entfiel mehr als die Hälfte auf sexuelle Übertragungen. Mehr als 42 Prozent standen mit injizierendem Drogenkonsum in Verbindung, wie UNAIDS mitteilt.

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    Die Regierung will HIV-Tests, Prävention und Behandlung deutlich ausbauen. (Symbolbild) - keystone

    Gleichzeitig wissen viele Betroffene nichts von ihrer Infektion. 2025 kannten laut UNAIDS nur 39 Prozent der schätzungsweise 9'100 Menschen mit HIV in Fidschi ihren Status.

    Lediglich 22 Prozent erhielten eine antiretrovirale Behandlung. HIV-Tests sollen trotz des ausgerufenen Notstands freiwillig bleiben, berichtet das «Ärzteblatt».

    HIV trifft auch Schwangere und Babys in Fidschi

    Besonders besorgniserregend ist die Situation bei schwangeren Frauen in Fidschi. Zwei von 100 Schwangeren leben dort mit HIV, berichtet die «Berliner Zeitung» unter Berufung auf UNAIDS.

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    2025 kamen in Fidschi 59 Babys mit HIV zur Welt. (Symbolbild) - pexels

    Das Virus kann während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Im Jahr 2025 kamen in Fidschi 59 Babys mit HIV zur Welt.

    18 von ihnen starben laut UNAIDS noch vor ihrem ersten Geburtstag. Die Zahlen verdeutlichen die erheblichen Lücken bei Diagnose und Behandlung von HIV im Pazifikstaat.

    Regierung weitet Massnahmen gegen HIV aus

    Die Regierung will ihre Massnahmen gegen die HIV-Ausbreitung deutlich ausweiten. Geplante Gesetzesänderungen sollen unter anderem ein Programm zur Abgabe sauberer Spritzen ermöglichen, teilt UNAIDS mit.

    Hast du dich schon einmal auf HIV testen lassen?

    Zudem sollen Prävention, Tests und Behandlung ausgebaut sowie der Zugang zur PrEP einschliesslich langwirksamer Präventionsmittel erweitert werden. Ein neuer Kabinettsausschuss soll Hindernisse bei der Umsetzung beseitigen und die Massnahmen beschleunigen.

    Fidschi verzeichnet derzeit einen der weltweit stärksten Anstiege bei HIV-Neuinfektionen. Nach Schätzungen von UNAIDS stieg deren Zahl zwischen 2010 und 2025 auf das Zwölffache.

    Kommentare

    User #4856 (nicht angemeldet)

    Im minimum en Gummi drum

    User #1880 (nicht angemeldet)

    Oje. Traurig.

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