Australien ist sich extreme Wetterbedingungen gewohnt. Die Überschwemmungen nehmen jedoch kein Ende mehr! Der Premier ruft nun zum nationalen Notstand aus.
Überschwemmung
In Australien ist es zu schweren Überschwemmungen gekommen. - Twitter
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Das Wichtigste in Kürze

  • Australien kämpft gegen extreme Wetterbedingungen an. Überschwemmungen rauben ihnen alles.
  • Der australische Premier Scott Morrison ruft nun den nationalen Notstand aus.

Australien ist extreme Naturereignisse gewöhnt. Aber 16 Tage Regen am Stück - wie zuletzt in Sydney - sind auch in Down Under ein Jahrhundertereignis. Viele Menschen stehen vor den Trümmern ihrer Existenz.

An der australischen Ostküste wird das ganze Ausmass der katastrophalen Überschwemmungen der vergangenen Tage allmählich deutlich. Die Infrastruktur in Teilen der Bundesstaaten Queensland und New South Wales ist völlig zerstört.

Tausende Menschen haben in den Wassermassen ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Überflutungen solchen Ausmasses kämen höchstens einmal in 500 Jahren vor. Dies sagte Australiens Premierminister Scott Morrison am Mittwoch bei einem Besuch in der Stadt Lismore, wo es besonders dramatisch ist. Die Regierung rief den nationalen Notstand aus, um möglichst schnelle und unbürokratische Hilfe gewährleisten.

Hoffnung für die Zukunft

Morrison versprach auch zusätzliche finanzielle Unterstützung für die überschwemmten Regionen und für besonders betroffene Familien. «Ein derartiges Hochwasserereignis in diesem Teil Australiens gab es seit Menschengedenken noch nicht, und das ist eine tiefgründige Aussage.» Es müssten dringend Massnahmen ergriffen werden, um Hochwassern in der Region besser vorzubeugen.

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Ein Sturm hat in Westen Australiens eine Schneise der Verwüstung angerichtet. - sda - KEYSTONE/AP/Richard Wainwright

Die Menschen bräuchten jetzt vor allem Hoffnung für die Zukunft. «Aber was auch immer getan wird, es wird angesichts der schieren Verzweiflung nie genug sein. Der Lage kann man nicht gerecht werden», betonte Morrison.

In Greendale, einem westlichen Vorort Sydneys, wurde derweil ein weiteres Todesopfer aus den Fluten geborgen. Der 50-Jährige sei wahrscheinlich ertrunken, teilten die Behörden mit. Am Dienstag waren in Wentworthville bereits eine 67-jährige Frau und ihr 34-jähriger Sohn tot in den Wassermassen entdeckt worden. Damit sind seit Beginn des Extremwetters bereits mehr als 20 Menschen in Queensland und New South Wales ums Leben gekommen.

Nassester Jahresbeginn seit der Wetteraufzeichnungen 1858

In Sydney hat es zweieinhalb Wochen lang fast ununterbrochen geregnet. Meteorologen sprachen vom nassesten Jahresbeginn in der grössten Stadt Australiens seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1858. Wegen der steigenden Wasserstände in den Flüssen hatten die Behörden am Dienstag Evakuierungsbefehle und -warnungen ausgegeben. Rund 60'000 Menschen waren betroffen.

Am Mittwoch blieb es weitgehend trocken. Und auch für die kommenden Tage sagten die Meteorologen für das Gebiet nur geringe Niederschläge voraus.

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Eine Überschwemmung in Australien. - dpa

Als Folge des Hochwassers war das sonst blauschimmernde Wasser im weltberühmten Hafen von Sydney braun gefärbt. Das Meer vor vielen Stränden der Metropole «von Palm Beach bis hinunter nach Cronulla» sei verschmutzt und voller Treibgut. Dies teilte das Umweltministerium der Region mit. Vielerorts wurde deshalb davon abgeraten, im Ozean zu schwimmen.

Neue Sturmwarnung

In Queensland gab es derweil eine neue Sturmwarnung. Sie gilt für die gesamte Küstenregion von Mackay bis zur Grenze mit New South Wales. Auch die Sunshine Coast, der Gold Coast und der Metropole Brisbane müssten sich auf «gigantischen Hagel und intensiven Regen» einstellen. Dies zitierte der Sender 9News Jackson Browne vom Wetteramt.

Tropensturm
Neue Sturmwarnung betrifft Australien. - Keystone

Verantwortlich für die historischen Überschwemmungen war ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet. In einigen Gegenden hat es innerhalb weniger Tage so viel geregnet wie sonst in einem ganzen Jahr. Viele Strassen und Brücken sind zerstört, Häuser und Weideland verwüstet.

Australien leidet besonders unter dem Klimawandel. Von August 2019 bis März 2020 hatten katastrophale Buschbrände Millionen Hektar Land verwüstet. Und erst vor wenigen Wochen schwitzte Westaustralien noch unter einer erbarmungslosen Hitzeglocke. Dabei wurden Werte von teilweise mehr als 50 Grad verzeichnet.

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