Frankreich will Rückgabe geraubter Kulturgüter vereinfachen
China erklärte am Donnerstag, es sei «gespannt auf die Zusammenarbeit» mit Frankreich bei der Rückgabe geplünderter chinesischer Kunstwerke. Derweil will das französische Parlament ein Gesetz verabschieden, das solche Rückgaben erleichtern soll.

Das Gesetz soll dazu beitragen, dass während der französischen Kolonialzeit unrechtmässig erworbene Kulturgüter aus französischen Sammlungen zurückgegeben werden können, wenn sie von ihrem Herkunftsland oder -volk zurückgefordert werden.
Der Senat soll am Donnerstag abstimmen, um dieses Gesetz endgültig zu verabschieden. Die Abgeordneten hatten bereits am Mittwoch einstimmig grünes Licht gegeben.
«China begrüsst das Verantwortungsbewusstsein, das die französische Seite an den Tag legt, um die Rückführung von geraubten Kulturgütern in ihre Herkunftsländer zu fördern», erklärte Lin Jian, ein Sprecher des chinesischen Aussenministeriums, an einer Pressekonferenz.
Die Forderungen zahlreicher Länder, insbesondere afrikanischer Staaten, nach der Rückgabe von durch Frankreich geraubten Kunstwerken sind lange Zeit auf den Widerstand der grossen französischen Museen gestossen. Das neue Gesetz würde es der französischen Regierung ermöglichen, Kunstwerke per Dekret zurückzugeben, ohne auf einzelne Gesetze zurückgreifen zu müssen, wie es bisher die Regel war.
Der Gesetzestext bezieht sich nur auf Güter, die zwischen 1815 und 1972 erworben wurden. Die Daten beziehen sich auf den Beginn des zweiten französischen Kolonialreichs und das Inkrafttreten einer UNESCO-Konvention.
Die Aussagen aus dem chinesischen Aussenministerium beziehen sich auch auf das Jahr 2013. Damals hatte die Familie des französischen Milliardärs François-Henri Pinault zwei wertvolle Tierköpfe aus Bronze unentgeltlich an China zurückgegeben. Sie stammten aus dem ehemaligen Sommerpalast in Peking. Das «chinesische Versailles» war 1860 von französisch-britischen Streitkräften verwüstet und geplündert worden.
Der französische Autor Victor Hugo (1802-1885) hatte diese Plünderungen angeprangert. In China werden sie bis heute als schwerwiegend empfunden. Eine beträchtliche Anzahl von Gegenständen wurde geraubt und ist seitdem über die ganze Welt verstreut.






