Razzia

    Europaweite Razzia - 61-Jähriger auf Ibiza festgenommen

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Ein Düsseldorfer Immobilienentwickler steht im Verdacht, bei einem Privatinsolvenzverfahren in grossem Stil betrogen zu haben.

    Blick auf Ibizas Altstadt
    Ibiza ist bekannt für Luxus, Party und einen ausschweifenden Lebensstil. - Depositphotos

    Der 61-Jährige wurde bei einer europaweiten Razzia in seinem Anwesen auf der spanischen Baleareninsel Ibiza festgenommen, wie das Landeskriminalamt (LKA) des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen berichtete.

    «Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen steht ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich im Raum», berichtete Staatsanwalt Hauke Lorenzen in Düsseldorf. An der Razzia waren den Angaben zufolge mehr als 400 Ermittler in sechs Ländern beteiligt. Sie durchsuchten 49 Objekte.

    Gegenstand der Ermittlungen seien unter anderem Vorwürfe des Bankrotts, des Betruges, der Untreue sowie der Verletzung der Buchführungspflicht, hiess es. Bei den Vorwürfen gehe es vor allem um das Privatinsolvenzverfahren des Hauptbeschuldigten. Einen weiteren, 66 Jahre alten Beschuldigten nahmen die Ermittler in einem Wohnhaus in Leichlingen bei Düsseldorf fest.

    Gegen beide liegen Haftbefehle vor. Sie sollten noch am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt werden. Ermittelt wird auch noch gegen weitere Personen, die an den Taten beteiligt gewesen sein sollen. Wie viele dies sind, teilte das LKA nicht mit.

    Der Hauptbeschuldigte soll vor seinem Eigenantrag auf Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens wesentliche Vermögenswerte auf andere Personen übertragen haben, wie das LKA weiter berichtete. Überprüfen wollen die Ermittler dabei auch, ob er zu allen Vermögenswerten vollständige und zutreffende Angaben gemacht hat.

    Vor allem Objekte im Raum Düsseldorf wurden bei der Razzia unter die Lupe genommen. Durchsuchungen von Wohnungen und Geschäftsadressen gab es aber auch in Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, in der Schweiz und in Spanien. Neben zahlreichen Polizeibeamten waren 22 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte beteiligt.

    Es seien grosse Mengen an Beweismitteln sichergestellt worden, so das LKA weiter. Darunter seien Mobiltelefone, Computer und Geschäftsunterlagen. Gesichert worden seien mehrere Terabyte an Daten. Auch Vermögenswerte in Millionenhöhe seien sichergestellt worden. Neben Bargeld und Kunstgegenständen nahmen die Beamten den Angaben zufolge Uhren, Handtaschen und einen Luxussportwagen in ihre Obhut.

    Geleitet werden die Ermittlungen von einer im Sommer vergangenen Jahres eingerichteten Spezialabteilung bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf, der Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen: die «Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität».

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