Seit dem Frühjahr 2018 verbindet eine Brücke Russland mit Krim. Nun hat ein erster Güterzug den Übergang passiert.
Halbinsel Krim
Mehrere Krimtataren auf der Halbinsel Krim (UKR) festgenommen - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Dienstag passierte der erste Güterzug die umstrittene Krim-Brücke in Russland.
  • Auf diesem Weg können jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen auf Krim transportiert werden.
  • Seit einem halben Jahr ist die Brücke schon für Personenzüge freigegeben.

Über Russlands längste Brücke rollen nun auch Güterzüge zur Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die erste Bahn mit Kalkstein und Mineralien passierte am Dienstag die umstrittene Krim-Brücke, wie die Staatsagentur Ria Nowosti meldete.

Auf dem Schienenweg könnten jährlich bis zu 13 Millionen Tonnen vom russischen Festland auf die Halbinsel transportiert werden. Vor gut einem halben Jahr war die 19 Kilometer lange Brücke bereits für Personenzüge freigegeben worden. Russland hatte sich die Krim 2014 gegen internationalen Protest einverleibt.

Brücke ist «weiterer Schritt für wirtschaftliche Entwicklung der Krim»

Die Kosten für den Transport von Gütern wie Getreide, Öl und Baumaterialien werden um bis zu 50 Prozent sinken. Dies meint der russische Verkehrsministers Jewgeni Dietrich. «Das ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur wirtschaftlichen Entwicklung der Krim», sagte er der Agentur Interfax zufolge. Zuletzt wurde die Halbinsel über Lastwagen auf der Strasse versorgt, davor über den teureren Seeweg.

Krim brücke russland
Blick auf die Brücke, die die Halbinsel Krim mit dem russischen Festland verbindet. - dpa

Der Autobahnteil der umstrittenen Brücke ist bereits seit Frühjahr 2018 in Betrieb. Vor allem die Tourismusbranche hofft, dass jetzt deutlich mehr Besucher ans Schwarzen Meer kommen.

Die Ukraine, der die Krim völkerrechtlich gehört, hatte wie die EU und die USA gegen das Bauwerk protestiert. Die 19 Kilometer lange Brücke in der Meerenge von Kertsch ist die längste in Russland und in Europa. Die Kosten werden mit 228 Milliarden Rubel (3,1 Milliarden Franken) angegeben.

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