Armenien und Aserbaidschan werfen sich einen gegenseitigen Beschuss vor. Die Lage an der Grenze der Ex-Sowjetrepubliken bleibt angespannt.
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Ein armenischer Soldat zielt in Richtung der aserbaidschanischen Stellungen (Archivbild). Foto: -/AP/dpa - sda - Keystone/AP/-

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan bleibt nach einer Eskalation angespannt.
  • Die Ex-Sowjetrepubliken warfen sich einen gegenseitigen Beschuss vor.
  • Seit vergangenem Jahr kommt es zwischen den beiden Ländern immer wieder zu Spannungen.

Nach einer neuen Eskalation bleibt die Lage an der Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan angespannt. Beide Seiten warfen sich am Donnerstag einen gegenseitigen Beschuss vor. Berichte über Verletzte oder Tote gab es zunächst nicht.

Dem armenischen Verteidigungsministerium zufolge haben Soldaten «wahllos» das Feuer auf die Grenze im Nordosten in der Region Tawusch eröffnet. Es sei zurückgeschossen worden.

Armenien bezeichnete die Lage an der Grenze als «relativ stabil»

Aserbaidschan wiederum machte Armenien für den Beschuss mehrerer Dörfer verantwortlich. Bei den neuen Zwischenfällen am Mittwochabend sei das Feuer erwidert worden. Dies teilte das aserbaidschanische Verteidigungsministerium mit. Armenien bezeichnete die Lage an der Grenze am Donnerstagvormittag als zunächst «relativ stabil».

Armenien
Russische Soldaten in Latschin (Archivbild). - AFP

Zwischen den beiden Ex-Sowjetrepubliken kommt es immer wieder zu Spannungen. Dies seit dem jüngsten Krieg um die umkämpfte Region Berg-Karabach im vergangenen Jahr. Bei den bislang schwersten Gefechten waren zu Wochenbeginn mindestens acht Menschen auf beiden Seiten getötet worden. Es gab viele Verletzte und vermisste Soldaten.

Drei Vorschläge zur Grenzziehung aus Russland

Der vielerorts umstrittene Grenzverlauf sorgt immer wieder für Spannungen. Der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan sagte im Parlament, es gebe aus Russland drei Vorschläge zur Grenzziehung. Für Armenien seien sie akzeptabel.

Im Herbst 2020 hatte Aserbaidschan in einem kurzen Krieg grosse Teile Berg-Karabachs im Südkaukasus zurückerobert. Ein Waffenstillstand zwischen Aserbaidschanern und Armeniern in dem Gebiet wird von russischen Friedenstruppen überwacht. Nach russischer Vermittlung wurden auch die jüngsten Gefechte beendet. Armenien hatte seine Schutzmacht Russland zuvor um Hilfe gebeten.

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