Erleichterung und Trauer: Brand-Evakuierte kehren heim
Nach Tagen der Ungewissheit gibt es für Zehntausende Evakuierte in Westfrankreich gute Neuigkeiten: Sie können in ihr Zuhause zurückkehren. Christelle aus der kleinen Gemeinde Sainte-Hélène bei Bordeaux ist erleichtert, kann aber noch nicht ganz aufatmen. Vor Montag werde sie ihren Koffer sicherheitshalber nicht auspacken, erzählt die Französin, während sie mit den ersten Einkäufen zurück zu ihrem Haus fährt.

Die letzten Tage waren für die lebensfrohe Frau eine Herausforderung. «Das war sehr viel Stress, aber ich werde mich nicht beschweren. Mein Haus ist noch ganz.» Als die Evakuierung kam, habe sie etwas Panik verspürt, «weil wir nicht wussten, was uns erwartet». «Wenn man ein Haus hat, ist es das ganze eigene Leben, also fragt man sich: Werden wir es wieder vorfinden?»
Die Gemeinde, in der die Frau bereits seit 1974 lebt, wurde von den Flammen verschont. Doch nicht all ihre Bekannten hatten so viel Glück, erzählt Christelle. «Ich bin ein bisschen erleichtert, aber traurig für die Menschen, die viel verloren haben.» Sie müsse bei ihrem Haus nun einiges säubern. «Aber was ist das schon?»
Nur wenige Kilometer von Christelles Heimat entfernt, in Saumos, entstand der riesige Brand. Auch andere Gemeinden wurden von den Flammen schwer verwüstet. «Le Porge ist die Apokalypse», meint Christelle. «Wenn ich dorthin zurückkehren werde, weil ich dort Menschen kenne, wird es hart sein.»
Als Christelle und ihr Mann ihr Zuhause verlassen mussten, sind sie bei einem Cousin im Nachbarort untergekommen. «Wir hatten enorm viel Glück.» Doch das Erlebte hat sie tief berührt. «Wir haben das Gefühl, etwas wie im Krieg erlebt zu haben. Wenn ich an die Leute denke, die wieder bei null anfangen müssen, bin ich sehr traurig. Sie haben alles verloren», erzählt Christelle. «Ganz ehrlich, wenn mir das passiert wäre, wow. Ich weiss nicht, wie sie nach all dem weitermachen sollen.»
Dass ihr Haus noch steht, ist für Christelle ein grosses Glück. «Das wäre der Horror gewesen, denn all deine Erinnerungen, dein ganzes Leben. Wir haben nicht viel mehr und deshalb ist dieses Haus wichtig für uns.»










