El Niño – WMO warnt vor «Super-Ausmassen»

Maja Bojic
Maja Bojic

Genève,

El Niño könnte bis 2027 extreme Wetterlagen verstärken. Die WMO warnt vor aussergewöhnlicher Hitze, Dürren und Überschwemmungen weltweit.

El Niño Dürre
El Niño beeinflusst die globalen Wettermuster und kann regional extreme Hitze, Dürren und Überschwemmungen auslösen. (Archivbild) - keystone

Die Weltwetterorganisation WMO warnt vor einem aussergewöhnlich starken El Niño im tropischen Pazifik. Die Welt müsse sich auf regionale Hitze, Dürren und Überschwemmungen einstellen, berichtet der «Stern».

Die Temperaturen im tropischen Pazifik sind bereits ungewöhnlich hoch und beeinflussen das weltweite Wettergeschehen. Sollte dieser Trend anhalten, könnte El Niño laut WMO bisherige Beobachtungen deutlich übertreffen.

UN-Generalsekretär António Guterres spricht deshalb von einem El Niño mit «Super-Ausmassen». Die WMO selbst verwendet den Begriff «Super-El-Niño» allerdings nicht, wie der «Spiegel» schreibt.

Aussergewöhnliche Wärme im Pazifik

El Niño beginnt mit einer Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen äquatorialen Pazifik. Nach Angaben der WMO liegen die Temperaturen dort bereits 2,2 bis 2,6 Grad über dem langjährigen Durchschnitt.

Auch unter der Meeresoberfläche wurden ungewöhnlich hohe Temperaturen gemessen. Im Juli und Anfang August war das Wasser teilweise mehr als 8 Grad wärmer als üblich, berichtet die «Taz».

Machst du dir wegen El Niño Sorgen?

Normalerweise treiben Passatwinde warmes Oberflächenwasser nach Westen und beeinflussen damit die Temperaturverteilung. Während eines El Niño verändert sich diese Zirkulation und beeinflusst dadurch weltweite Wind- und Luftströmungen.

Folgen für verschiedene Regionen

Die veränderten Luftströmungen können regional sehr unterschiedliche Wetterbedingungen verursachen. In Australien, Indonesien und im südlichen Afrika treten häufig Trockenheit und Dürren auf.

An der Westküste Südamerikas, in Ostafrika und den südlichen USA fällt dagegen häufig deutlich mehr Regen. Europa ist von den direkten Auswirkungen des Wetterphänomens vergleichsweise wenig betroffen, schreibt der «Spiegel».

Der Höhepunkt des aktuellen El Niño wird um die Jahreswende erwartet. Inzwischen gilt es laut der «Taz» als nahezu sicher, dass das Phänomen bis Februar 2027 anhält.

Temperaturen könnten weiter steigen

Die WMO und nationale Wetterdienste haben ihre Frühwarnmassnahmen angesichts der Entwicklung verstärkt. Der «Taz» zufolge hat die WMO dafür eine Mobilisierung gestartet, wie es sie bislang nicht gegeben habe.

Auch über Land werden in den kommenden Monaten überdurchschnittliche Temperaturen erwartet. Für September bis November prognostiziert die WMO dem «Spiegel» zufolge über nahezu allen Landflächen höhere Temperaturen als im langjährigen Durchschnitt.

El Niño
El Niño könnte 2026 zu einem der stärksten Ereignisse seit Beginn der Messungen werden. (Archivbild) - keystone

Bereits die bisherigen Monate des Jahres 2026 waren mehrheitlich ungewöhnlich warm. Der Juli war in Westeuropa nach 2006 der zweitwärmste seit Beginn der Messungen.

El Niño und Klimawandel

El Niño ist ein natürliches Wetterphänomen und tritt typischerweise alle zwei bis sieben Jahre auf. Der Klimawandel verursacht das Phänomen nicht, kann seine Auswirkungen jedoch zusätzlich verschärfen.

Nach einem El-Niño-Jahr liegt die globale Durchschnittstemperatur häufig besonders hoch. Das bislang wärmste Jahr 2024 folgte auf einen El Niño und lag rund 1,6 Grad über dem vorindustriellen Niveau.

Die WMO erwartet damit für die kommenden Monate eine ungewöhnliche Wetterentwicklung in vielen Teilen der Welt. Die europäischen Hitzewellen dieses Sommers standen laut dem «Stern» allerdings nicht im Zusammenhang mit El Niño.

Kommentare

User #5600 (nicht angemeldet)

Hauptsache Dauer Beriselung. Das Klimageschwurbel interesstiert mich mittlerwile nicht mehr

User #3591 (nicht angemeldet)

Hauptsache der Nino ist Mpox frei. Wichtig und Richtig.

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