Zwei Westschweizer Zeitungstitel vor dem Aus
Dem Westschweizer Pressemarkt droht der Verlust von zwei traditionsreichen Titeln. Die kostenlosen Wochenzeitungen GHI (Genève Home Informations) und Lausanne Cités werden im Dezember ihr Erscheinen einstellen, sofern sich bis dahin kein Käufer findet. Rund 30 Arbeitsplätze sind gefährdet.

«Unser Geschäftsmodell, das auf einem zusammenbrechenden Werbemarkt basiert, ist gescheitert», erklärte Pascal Fleury, Leiter der beiden Zeitungen, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Wir ziehen es vor, vorausschauend zu handeln, anstatt nächstes Jahr Insolvenz anmelden zu müssen», fügte er hinzu.
Fleury verwies zudem auf die gestiegenen Papierpreise, die «unsere Reserven aufgebraucht haben». Er erklärte ferner, dass die mit den beiden Titeln verbundene Vertriebsgesellschaft mehrere Kunden verloren habe, die aufgrund der Presseförderung nun von günstigeren Tarifen bei der Schweizer Post profitierten.
Die letzte Ausgabe der beiden Titel ist für Donnerstag, den 17. Dezember, geplant. Die Gruppe hofft allerdings weiterhin, Investoren oder Käufer zu finden.
Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden, sagte Fleury. Es gebe aber noch nichts Konkretes.
Die Gruppe beschäftigt derzeit 36 Festangestellte: 30 bei GHI und Lausanne Cités sowie sechs bei der Vertriebsgesellschaft.
GHI wird im gesamten Kanton Genf und in einem Teil des Kantons Waadt bis nach Gland verteilt. Die 1970 gegründete Zeitung verzeichnet 137'000 Leserinnen und Leser pro Ausgabe. Lausanne Cités, das Lausanne und seinen Ballungsraum abdeckt, zählt 101'000 Lesende. Die Zeitung erscheint seit 46 Jahren.










