Berichte: Gewalt an Drusen - Netanjahu sprach mit al-Scharaa
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat israelischen Berichten zufolge im vergangenen Jahr persönlich mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa telefoniert. Dabei sei es um die Gewalt an der religiösen Minderheit der Drusen gegangen, berichteten mehrere israelische Medien übereinstimmend. Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand.

Laut der «Times of Israel» fand das Telefonat – womöglich das erste Gespräch der beiden überhaupt – nach einem Angriff Israels auf das Gelände des syrischen Verteidigungsministeriums sowie auf ein Ziel in der Nähe des Präsidentenpalastes im Juli 2025 statt. Israel griff damals nach eigenen Angaben im Nachbarland an, um die drusische Minderheit zu schützen.
Im Juli vergangenen Jahres waren im südlichen Syrien zunächst Kämpfe zwischen drusischen Milizen und sunnitischen Stammesgruppen ausgebrochen. Die Regierung in Damaskus entsandte Truppen, um die Lage nach eigener Darstellung zu beruhigen. Menschenrechtsorganisationen werfen den Regierungstruppen jedoch brutale Übergriffe auf Drusen vor. Aktivisten zufolge wurden Hunderte Menschen getötet, viele durch Hinrichtungen an Ort und Stelle. Laut Experten der Vereinten Nationen kam es auch zu sexualisierter Gewalt. Viele damals entführte drusische Frauen und Mädchen sind demnach verschwunden.
Die Gewalt habe nach seinem Anruf aufgehört, sagte Netanjahu nun Medienberichten zufolge auf einer Konferenz für die drusische Minderheit in Israel weiter. Er werde alles tun, um die Drusen zu schützen. Eine offizielle Bestätigung seines Büros für das Telefonat gab es zunächst nicht.
Seit dem Sturz von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad Ende 2024 hat Israel seine Einsätze im Süden Syriens ausgeweitet und immer wieder auch Ziele auf syrischem Gebiet angegriffen. Zugleich gibt es Bemühungen um ein Sicherheitsabkommen zwischen Israel und Syrien. Dabei geht es zunächst nicht um einen Friedensvertrag oder eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine begrenzte Sicherheitsregelung, die eine Eskalationen verhindern soll. Die Bemühungen sollen jedoch ins Stocken geraten sein. Die Lage zwischen beiden Ländern bleibt angespannt.













