Pensionskassen fordern Verschiebung von Anthropic-Börsengang
Der Finanzkontrolleur der US-Metropole New York fordert den KI-Entwickler Anthropic auf, seinen geplanten Börsengang zu verschieben. Zunächst müsse das Unternehmen die Risiken seiner künstlichen Intelligenz (KI) besser unter Kontrolle bringen.

In einem am Donnerstag bekannt gewordenen Brief an Anthropic-Chef Dario Amodei drängte Mark Levine das Unternehmen, den Börsengang auszusetzen, bis Probleme bei der Sicherheit, der Unternehmensführung und dem Entwicklungstempo der KI gelöst seien. Auf diese Risiken habe Anthropic selbst hingewiesen.
Levine beaufsichtigt unter anderem die städtischen Pensionskassen, die für mehr als 750'000 Menschen Altersvorsorgeleistungen erbringen. Ende August verwalteten sie Vermögen von 330 Milliarden Dollar. Derzeit sind die Fonds mit lediglich sieben Millionen Dollar in Anthropic investiert.
Nach einem Börsengang dürfte Anthropic jedoch in mehrere Aktienindizes aufgenommen werden, darunter den Russell 3000. Über entsprechende Indexfonds würden die Pensionskassen damit automatisch zu langfristigen Aktionären des KI-Unternehmens.
Levine verwies auf Äusserungen von Amodei, wonach die KI-Entwicklung verlangsamt werden müsse, um Risiken besser einschätzen zu können. Laut Medienberichten warnt Anthropic in seinem Börsenprospekt selbst vor möglichen «katastrophalen oder existenziellen Risiken für die Menschheit».
Angesichts dieser Bedenken müsse Vorsicht nicht nur beim Entwicklungstempo, sondern auch beim Zeitpunkt des Börsengangs gelten, erklärte Levine.
Anthropic hatte im Juni offiziell die Vorbereitungen für einen Börsengang eingeleitet. Laut Medienberichten wird das Börsendebüt im November erwartet, wobei eine Bewertung von bis zu zwei Billionen Dollar im Gespräch ist.










