Wie der iranische Generalstaatsanwalt am Sonntag verkündete, soll die Sittenpolizei abgeschafft werden. Nun hat sich eine weitere Behörde dazu geäussert.
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Die iranische Sittenpolizei soll aufgelöst worden sein. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Sonntag wurde die Abschaffung der iranischen Sittenpolizei angekündigt.
  • Deren Handlungen hatten zuletzt für landesweite Proteste gegen das Regime gesorgt.
  • Nach dem Generalstaatsanwalt hat nun eine weitere Behörde von der Auflösung gesprochen.

Im Iran hat nach dem Generalstaatsanwalt einem Medienbericht zufolge eine weitere Behörde von der Einstellung der Aktivitäten der Sittenpolizei gesprochen.

«Die Einsätze der Sittenpolizei wurden auf Anweisung der Staatsanwaltschaft eingestellt.» Dies sagte am Dienstag Ali Chanmohammadi, der Sprecher der Zentrale für die Förderung der Tugend und der Verhütung des Lasters, wie das Nachrichtenportal Entekhab berichtete. Die Sittenpolizei setzte in der Vergangenheit die Vorschriften des Tugend-Zentrums um.

Auslöser für Proteste

Die Handlungen der Sittenpolizei waren der Auslöser der seit über zwei Monaten andauernden systemkritischen Proteste im Land. Mitte September verhafteten die islamischen Sittenwächter die 22-jährige Mahsa Amini, weil unter ihrem Kopftuch angeblich ein paar Haarsträhnen hervorgetreten waren. Amini starb wenige Tage später im Gewahrsam der Sittenpolizei.

Über andere «Einhaltungsformen des Hidschab» – also die islamischen Kleidervorschriften für Frauen – solle demnächst entschieden werden. Dies sagte der Sprecher der Zentrale weiter.

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Personen bei einer Kundgebung gegen den Tod der Iranerin Masha Amini und für ein freies Iran Anfang Oktober. (Archivbild) - Keystone

Am Sonntag hatte der iranische Generalstaatsanwalt erklärt, die Sittenpolizei sei abgeschafft worden. Die Aussage war von vielen Demonstranten und Kritikern der politischen Führung zunächst mit Skepsis aufgenommen worden. Sie fordern weiter eine Abschaffung des Kopftuchzwangs im Land.

Frauen im Iran befürchten, dass die Kontrollaktivitäten der Sittenpolizei nach deren Auflösung einfach von anderen Sicherheitskräften übernommen werden könnten. Aktivisten sehen in den Aussagen zur Sittenpolizei zudem ein «Ablenkungsmanöver», um die angespannte Lage im Land zu beruhigen.