Trotz Rückruf: Schweiz verkauft noch immer vergiftete Babynahrung
In der Schweiz können bei Eltern immer noch Säuglingsmilchprodukte im Einkaufskorb landen, die den für Babys gefährlichen Giftstoff Cereulid enthalten.

Das Wichtigste in Kürze
- Tausende Babynahrungs-Produkte in der Schweiz mussten zurückgerufen werden.
- Sie enthielten den Giftstoff Cereulid, das für Babys lebensbedrohlich sein kann.
- Ein halbes Jahr später stellt sich heraus: Einige dieser Produkte sind immer noch da.
Wegen einer Kontamination mit dem Giftstoff Cereulid wurden Anfang Jahr tausende Säuglingsnahrungsprodukte in der Schweiz zurückgerufen.
Das bakterielle Toxin verursacht Durchfall und Erbrechen. Für Säuglinge kann es gar lebensbedrohlich sein.
Nun hat RTS aufgedeckt, dass kontaminierte Produkte weiterhin im Handel erhältlich sind, obwohl die Situation angeblich unter Kontrolle sein sollte.
Denn: Im März 2026 wurden bei zehn Prozent der im Kanton Genf getesteten Produkte Spuren des Giftstoffs nachgewiesen. Wie der Sender weiss, wurde entschieden, die Produkte im Handel zu belassen.
So ist es ohne Probleme möglich, dass Eltern diese auch kaufen. Ohne darüber Bescheid zu wissen.
Grenzwert des Giftstoffs ist das Problem
Die Menge an Cereulid ist der Grund, weshalb diese Produkte noch in den Regalen stehen. Sie liegt unter dem von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) am 2. Februar festgelegten Höchstwert.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen seinerseits ist zuständig dafür, ob die Produkte im Handel bleiben oder nicht.
In diesem Fall entsprechen die Baby-Produkte der Norm. Bedenken gibt es jedoch, weil der Grenzwert der EFSA während des weltweiten Babynahrungs-Skandals eilig festgelegt wurde.
Motion angenommen
Auf politischer Ebene tut sich nun was. Der Ständerat fordert, dass kontaminierte Produkte so schnell wie möglich zurückgerufen werden. Und dass diese zurückgerufenen Produkte tatsächlich aus dem Markt verschwinden.
Die kleine Kammer hat eine entsprechende Motion von Mathilde Crevoisier Crelier (SP/JU) angenommen.
Der Skandal kam Ende November 2025 ans Licht und sorgte für weltweites Aufsehen: Es gab 800 nachgewiesene Produktrückrufe in über sechzig Ländern und zahlreiche Verdachtsfälle von Erkrankungen sowie einige Spitalaufenthalte. Im Mittelpunkt stand ein chinesisches Unternehmen.
Betroffen waren auch Produkte der Schweizer Unternehmen Nestlé und Hochdorf mit der Marke Bimbosan.

















