Der Angriff auf den Flughafen in der jemenistischen Hauptstadt Sanaa erschwert humanitäre Hilfe weiter. Zahlreiche Organisationen stoppten ihre Flüge.
Jemen
Erst am Mittwoch kamen 25 Menschen bei einer Explosion auf einem Flughafen ums Leben. - sda

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Flughafen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurde angegriffen.
  • Dies erschwert die humanitäre Hilfe für das Bürgerkriegsland weiter.
  • Organisationen müssen ihre Flüge stoppen, weil die Landung zu gefährlich ist.

Nach Luftangriffen auf den Flughafen der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wird die humanitäre Hilfe für das bettelarme Bürgerkriegsland weiter erschwert. Bei der Bombardierung seien Schäden entstanden, die sich auf den Betrieb auswirkten, hiess es am Dienstag aus Flughafenkreisen. Hilfsorganisationen seien gezwungen, ihre Flüge vorerst zu stoppen, weil Landungen als zu gefährlich gälten.

Der Flughafen wird von den jemenitischen Huthi-Rebellen kontrolliert. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis hatte ihn am Vortag bombardiert, wie auch der von Riad finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija meldete. Die Koalition hatte zuvor die Zivilisten aufgerufen, den Flughafen zu verlassen. Das sunnitische Königreich sieht in den Huthis Verbündete seines schiitischen Erzfeindes Iran.

Auswirkungen begrenzt

Die Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council teilte mit, die Flüge seien bereits am Sonntag eingestellt worden. Es sei unklar, wann sie wieder aufgenommen werden könnten. Die Auswirkungen seien begrenzt, da ohnehin nur wenig humanitäre Hilfe über den Flughafen ins Land komme.

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Die Lage im Jemen für die Zivilbevölkerung ist dramatisch. Die Kämpfe dauern nun seit Jahren an. (Symbolbild) - Keystone

Die Huthis hatten 2014 grosse Teile des Landes im Süden der Arabischen Halbinsel überrannt, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition begann im Frühjahr 2015 mit einer Militärintervention, konnte die Huthis aber nicht zurückdrängen.

Der langjährige Konflikt hat sich verheerend auf die humanitäre Lage in dem ohnehin armen Land ausgewirkt. Mehr als 20 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben der UN auf Hilfe angewiesen. Es handele sich um die schlimmste humanitäre Krise weltweit.

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