Abbas: Palästinensische Frage bleibt Bewährungsprobe
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat in einem Schreiben an die Vereinten Nationen am 78. sogenannten Nakba-Tag die palästinensische Frage als die grösste Bewährungsprobe für das internationale System und seine Glaubwürdigkeit bezeichnet. «Wer glaubt, Frieden und Sicherheit liessen sich erreichen, ohne die Rechte des palästinensischen Volkes zu verwirklichen, die Unabhängigkeit seines Staates in den Grenzen von 1967 zu gewährleisten und die israelische Besatzung zu beenden, egal wie lange es dauert, der irrt sich gewaltig.»

In seinem Schreiben forderte der Chef der palästinensischen Autonomiebehörde den Rückzug israelischer Truppen aus dem Gazastreifen. «Gaza ist ein integraler Bestandteil des Staates Palästina», schrieb Abbas. Übergangsregelungen müssten die Wiedervereinigung des Westjordanlandes und des Gazastreifens fördern und den Weg für einen unabhängigen palästinensischen Staat ebnen. «Nach all dem Tod, der Zerstörung, der Vertreibung und der Verwüstung ist es nun Zeit für Leben, Erholung und Wiederaufbau.»
Die Palästinenser begehen den Nakba-Tag (Tag der Katastrophe) jedes Jahr am 15. Mai und damit einen Tag nach dem Jahrestag der israelischen Staatsgründung vom 14. Mai 1948. An diesem Tag erinnern sie an die Flucht und Vertreibung von mehr als 700.000 Palästinensern während des ersten Nahost-Kriegs 1948.
Die Zahl der palästinensischen Flüchtlinge und ihrer Nachfahren ist mittlerweile nach Angaben der UN auf rund sechs Millionen angewachsen. Das Flüchtlingsproblem gehört mit dem Streit über den künftigen Status Jerusalems zu einer der kompliziertesten Fragen im israelisch-palästinensischen Konflikt.










