25'000 Migranten fliehen in Südafrika vor Fremdenhass
In Südafrika wurden rund 25'000 Migranten von fremdenfeindlichen Gruppen vertrieben. Die Lage ist auch nach Ablauf eines Ultimatums weiterhin angespannt.

Rund 25'000 Migranten sind laut südafrikanischen Behörden in den vergangenen Wochen vor fremdenfeindlichen Gruppen geflohen. Wie die «FAZ» berichtet, wurden im Zuge der Proteste insgesamt vier Menschen in Südafrika getötet.
Hinter der Gewalt steht die 2025 gegründete Bewegung «March and March», wie «ZDFheute» erklärt. Sie fordert den Abzug aller Migranten ohne gültige Aufenthaltspapiere und macht sie für Missstände wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität verantwortlich.
Die Bewegung hatte Einwanderer ohne Papiere aufgefordert, Südafrika bis zum 30. Juni zu verlassen, berichtet das «MiGAZIN». Gleichzeitig drohte sie für den Fall der Nichtbefolgung mit einem landesweiten Shut-Down und weiteren Protesten.
Migranten in Südafrika zwischen Gewalt und Vertreibung
Bei xenophoben Angriffen in der Küstenstadt Mossel Bay (Westkap) wurden laut der «Konrad-Adenauer-Stiftung» mindestens zwei Mosambikaner getötet. Hunderte wurden ausserdem dazu gezwungen, ihre Häuser zu verlassen, und viele suchten Schutz im Umland der betroffenen Städte.
In der Hafenstadt Durban versammelten sich allein am 30. Juni rund 5000 Demonstrierende. Viele von ihnen trugen trotz eines Verbots Waffen wie Kampfstöcke und Peitschen, woraufhin Läden in betroffenen Vierteln geschlossen blieben.
Das Ultimatum löste unter Migranten grosse Angst aus, woraufhin mehrere afrikanische Staaten freiwillige Rückführungen organisierten. Darunter befanden sich Nigeria, Malawi, Mosambik, Uganda und Ghana, die ihren Staatsangehörigen organisierte Heimflüge anboten.
Regierung unter Druck
Präsident Cyril Ramaphosa rief die Demonstrierenden zu friedlichem Verhalten auf und bezeichnete Südafrika als Rechtsstaat, so das «MiGAZIN». Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass das Einwanderungssystem des Landes dringend einer grundlegenden Reform bedürfe.

Inge Herbert von der Friedrich-Naumann-Stiftung erklärt laut «ZDFheute», viele Südafrikaner projizierten ihre Wut über Staatsversagen auf wehrlose Migranten.
Amir Sheikh, Vorsitzender des African Diaspora Forums, erklärte: «Auf die Beschwerden der Bevölkerung muss eingegangen werden.»












