Bei einem US-Drohnenangriff auf den regionalen Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan sind nach Angaben des Pentagon zwei «hochrangige» Mitglieder der Extremistengruppe getötet worden.
Taliban-Kämpfer am Anschlagsort am Kabuler Flughafen
Taliban-Kämpfer am Anschlagsort am Kabuler Flughafen - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Pentagon: Ein weiterer Dschihadist bei Attacke verletzt.

Ein weiterer Dschihadist sei verletzt worden, sagte der US-General Hank Taylor bei einer Pressekonferenz am Samstag.

Einer der Getöteten sei ein «Planer» des afghanisch-pakistanischen IS-Ablegers Islamischer Staat Provinz Chorasan (IS-K) gewesen. Zivilisten seien bei dem Drohnenangriff nicht zu Schaden gekommen, sagte Taylor. Die US-Armee hatte zuvor erklärt, dass die von einem anderen Land aus gesteuerte Attacke am Samstagmorgen in der Provinz Nangarhar erfolgt sei.

Der Vergeltungsangriff der US-Armee war eine Reaktion auf den verheerenden Selbstmordanschlag am Flughafen von Kabul, bei dem am Donnerstag dutzende Zivilisten sowie 13 US-Soldaten getötet worden waren. Ranghohe Vertreter der ehemaligen afghanischen Regierung sagten der Nachrichtenagentur AFP, bei dem Anschlag seien mehr als hundert Menschen getötet worden. Einige Medien berichteten sogar von rund 170 Toten.

Das US-Verteidigungsministerium machte keine Angaben dazu, ob den bei dem Drohnenangriff attackierten IS-Mitgliedern eine direkte Beteiligung am Anschlag in Kabul vorgeworfen wurde. «Sie waren Planer und Vermittler des IS-K. Das allein ist schon Grund genug», sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Die US-Armee sei sich der Gefahr weiterer Anschläge in Kabul bewusst.

US-Präsident Joe Biden hatte nach der Selbstmordattacke Vergeltung angekündigt. Der Anschlag am Donnerstag war der verlustreichste Angriff auf die US-Armee am Hindukusch seit zehn Jahren. IS-K wird auch für einige der tödlichsten Anschläge der vergangenen Jahre in Afghanistan und Pakistan verantwortlich gemacht. Kämpfer der Splittergruppe ermordeten unter anderem Zivilisten in Moschee, Schreinen, auf öffentlichen Plätzen und sogar in Krankenhäusern.

Die USA wollen bis Dienstag alle Soldaten aus Afghanistan abziehen. Trotz der prekären Sicherheitslage in Kabul will die US-Armee nach eigenen Angaben «bis zum letzten Moment» schutzbedürftige Menschen in Sicherheit bringen. Rund 1400 Menschen warteten am Samstag nach ihrer Überprüfung durch die US-Armee darauf, Kabul an Bord einer Transportmaschine zu verlassen, wie General Taylor sagte. Insgesamt seien seit Mitte August 117.000 Menschen über die Luftbrücke ausser Landes gebracht worden.

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