IT-Wirrwarr! Senioren zu Unrecht für pflegebedürftig erklärt
Senioren wurden zu Unrecht für pflegebedürftig erklärt. Die Zürcher Alters- und Pflegezentren müssen nun unrechtmässig bezogene Gelder zurückzahlen.

Das Wichtigste in Kürze
- In Zürcher Alterszentren wurden Senioren plötzlich als pflegebedürftig eingestuft.
- Der Grund war ein IT-Systemwechsel.
- Nun ist klar: Die Alterszentren müssen unrechtmässig bezogene Gelder zurückzahlen.
Vor sechs Monaten stuften die Zürcher Alters- und Pflegezentren rund 400 Seniorinnen und Senioren plötzlich als pflegebedürftig ein. Der Grund war ein IT-Systemwechsel. Dadurch wurde die Pflegestufe null abgeschafft. Diese Stufe galt für Bewohnende ohne Pflegebedarf.
Die Neueinstufung führte zu höheren Kosten von 1,4 Millionen Franken pro Jahr. Diese Mehrkosten stellten die Alters- und Pflegezentren den Krankenkassen in Rechnung. Einen Teil hätten die betroffenen Seniorinnen und Senioren auch selber bezahlen müssen.
Viele Betroffene wehrten sich gegen die Neueinstufung – sie erhielten dadurch ja nicht mehr Pflege als zuvor.
Im November wurde die ganze Sache öffentlich. Die Gesundheitszentren für das Alter der Stadt Zürich verteidigten in der «NZZ» das Vorgehen. Zusätzlich kündigte der Krankenkassenverband Prio Swiss schon damals an, keine IT-bedingten Mehrkosten zu übernehmen.

Nun haben Prio Swiss, der Pflegeverband Curaviva und der Betreiber des IT-Systems gemeinsam eine Weisung an alle Benutzenden des RAI-Systems, so heisst das neue IT-Programm, erarbeitet.
In der Weisung heisst es laut der «NZZ»: Bei Heim-Bewohnerinnen und -Bewohnern ohne Pflegebedarf darf das RAI-System nicht angewendet werden.
Die Zürcher Alters- und Pflegezentren müssen daher die Neueinstufungen rückgängig machen. Zudem müssen unrechtmässig bezogene Gelder zurückbezahlt werden.
Prio Swiss kann gegenüber der «NZZ» nicht sagen, um wie viel Geld es insgesamt geht. Der Betrag dürfte aber nicht allzu hoch sein, da der Fehler schon kurz nach dem IT-Systemwechsel erkannt wurde.








