FIFA

Druck von Trump: Fifa zieht WM-Sperre von US-Stürmer zurück

Simon Ulrich
Simon Ulrich, Ronny Reisch

USA,

Nach seiner Roten Karte war Folarin Balogun zunächst gesperrt. Nun setzt die FIFA die Strafe laut Bericht auf Bewährung aus – auf Druck von Trump?

Folarin Balogun
Monaco-Stürmer Folarin Balogun sah gegen Bosnien-Herzegowina Rot. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Folarin Baloguns Sperre wurde laut «The Athletic» auf Bewährung ausgesetzt.
  • Der US-Stürmer sah gegen Bosnien-Herzegowina nach VAR-Eingriff Rot.
  • Auch Trump begrüsste die Fifa-Entscheidung öffentlich auf Truth Social.

Folarin Balogun darf im WM-Achtelfinale der USA gegen Belgien offenbar doch spielen.

Der Stürmer der AS Monaco hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem Foul an Tarik Muharemovic die Rote Karte gesehen.

Findest du es okay, dass Florain Balogun trotz Roter Karte nicht gesperrt wurde?

Normalerweise zieht das mindestens eine Spielsperre nach sich. Diese Sperre war zunächst auch verhängt worden. Doch nun rudert die Fifa teilweise zurück und spricht die Sanktion laut «The Athletic» nur auf Bewährung aus.

Der Welt-Fussballverband verweist dabei auf Artikel 27 des Fifa-Reglements. Diese Disziplinarordnung erlaubt es nämlich, eine Sanktion ganz oder teilweise auf Bewährung zu stellen.

Ähnlich war die Fifa vor der WM bereits bei Portugals Cristiano Ronaldo vorgegangen.

Balogun
Balogun kassierte im letzten Spiel einen harten Platzverweis. Trotzdem kann er schon im nächsten Match wieder mittun. - Keystone

Hat die US-Regierung direkt bei Infantino interveniert?

Das Vorgehen der Fifa wirft dennoch Fragen auf. So hat sich nämlich etwa Marco Rubio letzte Woche die Diskussion eingeschaltet und die Fifa-Sperre kritisiert. Der US-Aussenminister hatte gar ein Einspruchsverfahren dagegen gefordert.

Auch US-Präsident Donald Trump äusserte sich nun zur Entscheidung. Auf seiner Plattform «Truth Social» schrieb er: «Danke, Fifa, dass Ihr das Richtige getan und eine grosse Ungerechtigkeit rückgängig gemacht habt.» Das Weisse Haus postete gar einen Artikel zur Balogun-News auf seinem offiziellen X-Kanal.

Ein Schelm wer denkt, dass die Fifa auf Druck des Weissen Hauses reagiert hat. Doch genau darauf deutet auch der Artikel des «The Athletic» hin. Drei unabhängige Quellen haben dem Blatt bestätigt, dass die US-Regierung direkt bei Fifa-Chef Gianni Infantino interveniert habe.

Donald Trump
US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino zelebrieren ihre «Freundschaft» immer wieder. - Keystone

Ähnlich äussert sich auch Journalist Ben Jacobs, der berichtet, das Weisse Haus habe die Fifa gebeten, den Fall noch einmal zu prüfen. Die Fifa verwies demnach auf ihr unabhängiges Gremium. Auch der US-Fussballverband habe keine Beschwerde eingereicht.

VAR greift nach Foul an Muharemovic ein

Balogun hatte Muharemovic bei einem Zweikampf auf den Knöchel getreten. Der Bosnier musste behandelt werden, konnte aber weiterspielen.

TV-Bilder deuten darauf hin, dass Balogun den Gegenspieler nicht richtig sah und der Tritt unbeabsichtigt gewesen sein könnte.

Balogun
Frustriert trottete Balogun im WM-Sechzehntelfinal vom Feld. Doch er hat Glück: Im Achtelfinal darf er wieder spielen. - Keystone

Schiedsrichter Raphael Claus aus Brasilien zeigte zunächst keine persönliche Strafe. Erst nach VAR-Eingriff und Ansicht der Bilder stellte er Balogun vom Platz.

Die USA gewann die Partie trotzdem 2:0. Im Achtelfinale trifft das Team nun auf Belgien. Balogun könnte wieder in der Startelf stehen.

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Kommentare

User #3676 (nicht angemeldet)

Die USA werden locker Weltmeister. Der Finalgegner wird Mexiko sein.

User #6460 (nicht angemeldet)

Sollte Belgien morgen gegen die USA gewinnen…Dann sieht der Irre rot ! Dann gibts Strafzölle von 1000 Prozent gegen Belgien !

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