FIFA

Fifa: Wie viel Einfluss hatte Trump auf die Balogun-Begnadigung?

Simon Binz
Simon Binz

USA,

Nachdem die Fifa die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zurückgezogen hat, wird der Fall politisch: Hat Donald Trump mit Gianni Infantino telefoniert?

WM 2026
Donald Trump und Gianni Infantino gelten als gut befreundet – hat der US-Präsident bei dem Fifa-Chef interveniert? - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA reagieren erfreut, der eigentlich gesperrte Balogun spielt nun im Achtelfinal mit.
  • Gegner Belgien zeigt sich fassungslos und wirft der Fifa einen Regelverstoss vor.
  • Trump soll laut «New York Times» persönlich bei Fifa-Boss Infantino interveniert haben.

Kaum ist die überraschende Wende um Folarin Balogun bekannt, rollt die nächste Welle an Reaktionen durchs Turnier. Im Zentrum: US-Präsident Donald Trump, der empörte Achtelfinalgegner Belgien – und ein Team USA, das sich über die Rückendeckung freut.

Kurz nach der Fifa-Entscheidung meldete sich Trump auf seiner Plattform Truth Social zu Wort und bedankte sich bei der Fifa dafür, «eine grosse Ungerechtigkeit» rückgängig gemacht zu haben.

Findest du es okay, dass Florain Balogun trotz Roter Karte nicht gesperrt wurde?

Brisant: Laut «New York Times» soll Trump bereits am Mittwoch – also noch am Tag der Roten Karte – persönlich mit seinem Freund, dem Fifa-Chef Gianni Infantino, telefoniert und um eine Überprüfung gebeten haben.

Die Nachrichtenagentur AFP sowie der US-Sender CNBC bestätigten den Anruf unabhängig voneinander über eigene Quellen. Das Weisse Haus selbst wollte sich auf Anfrage nicht direkt zu Trumps Rolle in dem Fall äussern.

Belgien spricht von Regelbruch

Ganz anders die Reaktion beim kommenden Gegner: Der belgische Fussballverband zeigte sich in einem Statement fassungslos («astonished») über den Entscheid und wirft der Fifa einen direkten Widerspruch zu ihrem eigenen Reglement vor.

Konkret verweist der Verband auf Artikel 66.4 des Disziplinarkodex, wonach eine Rote Karte automatisch eine Sperre fürs nächste Spiel nach sich zieht. Man prüfe nun «alle Optionen», um die Rechte sämtlicher teilnehmender Teams zu wahren, heisst es weiter.

WM 2026 Donald Trump
Die Belgier sind nach der Fifa-Entscheidung völlig fassungslos. Nationaltrainer Rudi Garcia meinte bei der Pressekonferenz etwa, er habe nicht gewusst, dass an dieser WM der 5. Juli neu der 1. April sei. - Keystone

Auch Nationaltrainer Rudi Garcia liess seinen Unmut durchblicken und scherzte an der Pressekonferenz, er habe nicht gewusst, dass an dieser WM der 5. Juli neu der 1. April sei.

USA froh über die Wende

Auf amerikanischer Seite herrscht dagegen Erleichterung. Nationaltrainer Mauricio Pochettino nannte den Entscheid fair, die Strafe sei für ein unabsichtliches Foul schlicht zu hart gewesen. Man sehe sich nicht als Opfer, betonte er, aber auch nicht als die «Bösen» in dieser Geschichte.

Mauricio Pochettino WM 2026
US-Nationaltrainer Mauricio Pochettino nannte den Fifa-Entscheid zu Stürmer Balogun «fair», da die Strafe für ein unabsichtliches Foul schlicht zu hart gewesen sei. - keystone

Auch Offensivspieler Christian Pulisic freute sich über einen willkommenen «Boost» vor dem wichtigen Spiel, während der US-Verband sich in einer Mitteilung «erfreut» zeigte. Balogun selbst hatte die Sperre tags zuvor noch mit Fassung getragen und gesagt, das sei etwas, «das ich einfach akzeptieren muss».

Wichtiges Spiel für beide Teams

Sportlich kommt die Entscheidung für die USA zur besten Zeit: Der Achtelfinal gegen Belgien steigt am Montag in Seattle. Balogun ist mit drei Treffern in ebenso vielen Partien einer der Schlüsselspieler des Turniers und wurde bereits zweimal zum «Spieler des Spiels» gekürt.

Fifa WM 2026 Trump
Monaco-Stürmer Folarin Balogun (links) sah gegen Bosnien-Herzegowina Rot. - Keystone

Kommentare

User #462 (nicht angemeldet)

Die USA wird wohl Weltmeister.

User #1216 (nicht angemeldet)

Gut möglich, dass Infantino den WM-Pokal beim Finale an Trump überreicht egal wer gewonnen hat.

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