Fifa: Wie viel Einfluss hatte Trump auf die Balogun-Begnadigung?
Nachdem die Fifa die Sperre von US-Stürmer Folarin Balogun zurückgezogen hat, wird der Fall politisch: Hat Donald Trump mit Gianni Infantino telefoniert?

Das Wichtigste in Kürze
- Die USA reagieren erfreut, der eigentlich gesperrte Balogun spielt nun im Achtelfinal mit.
- Gegner Belgien zeigt sich fassungslos und wirft der Fifa einen Regelverstoss vor.
- Trump soll laut «New York Times» persönlich bei Fifa-Boss Infantino interveniert haben.
Kaum ist die überraschende Wende um Folarin Balogun bekannt, rollt die nächste Welle an Reaktionen durchs Turnier. Im Zentrum: US-Präsident Donald Trump, der empörte Achtelfinalgegner Belgien – und ein Team USA, das sich über die Rückendeckung freut.
Kurz nach der Fifa-Entscheidung meldete sich Trump auf seiner Plattform Truth Social zu Wort und bedankte sich bei der Fifa dafür, «eine grosse Ungerechtigkeit» rückgängig gemacht zu haben.
Brisant: Laut «New York Times» soll Trump bereits am Mittwoch – also noch am Tag der Roten Karte – persönlich mit seinem Freund, dem Fifa-Chef Gianni Infantino, telefoniert und um eine Überprüfung gebeten haben.
Die Nachrichtenagentur AFP sowie der US-Sender CNBC bestätigten den Anruf unabhängig voneinander über eigene Quellen. Das Weisse Haus selbst wollte sich auf Anfrage nicht direkt zu Trumps Rolle in dem Fall äussern.
Belgien spricht von Regelbruch
Ganz anders die Reaktion beim kommenden Gegner: Der belgische Fussballverband zeigte sich in einem Statement fassungslos («astonished») über den Entscheid und wirft der Fifa einen direkten Widerspruch zu ihrem eigenen Reglement vor.
Konkret verweist der Verband auf Artikel 66.4 des Disziplinarkodex, wonach eine Rote Karte automatisch eine Sperre fürs nächste Spiel nach sich zieht. Man prüfe nun «alle Optionen», um die Rechte sämtlicher teilnehmender Teams zu wahren, heisst es weiter.

Auch Nationaltrainer Rudi Garcia liess seinen Unmut durchblicken und scherzte an der Pressekonferenz, er habe nicht gewusst, dass an dieser WM der 5. Juli neu der 1. April sei.
USA froh über die Wende
Auf amerikanischer Seite herrscht dagegen Erleichterung. Nationaltrainer Mauricio Pochettino nannte den Entscheid fair, die Strafe sei für ein unabsichtliches Foul schlicht zu hart gewesen. Man sehe sich nicht als Opfer, betonte er, aber auch nicht als die «Bösen» in dieser Geschichte.

Auch Offensivspieler Christian Pulisic freute sich über einen willkommenen «Boost» vor dem wichtigen Spiel, während der US-Verband sich in einer Mitteilung «erfreut» zeigte. Balogun selbst hatte die Sperre tags zuvor noch mit Fassung getragen und gesagt, das sei etwas, «das ich einfach akzeptieren muss».
Wichtiges Spiel für beide Teams
Sportlich kommt die Entscheidung für die USA zur besten Zeit: Der Achtelfinal gegen Belgien steigt am Montag in Seattle. Balogun ist mit drei Treffern in ebenso vielen Partien einer der Schlüsselspieler des Turniers und wurde bereits zweimal zum «Spieler des Spiels» gekürt.





















