Wegen ICE-Behörde: Mutter hat Sohn (2) seit 10 Monaten nicht gesehen
Donald Trump hat die Einwanderungspolitik bekanntlich massiv verschärft. Für viele Kinder bedeutet das: Sie wachsen plötzlich ohne Mutter oder Vater auf.

Das Wichtigste in Kürze
- Migrantin Ledy Ordonez hat ihren 2-jährigen Sohn seit 10 Monaten nicht mehr gesehen.
- Der Grund: US-Präsident Trump hat die Migrationspolitik in den Staaten stark verschärft.
- Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit werden zahlreiche Familien auseinandergerissen.
Seit mehr als zehn Monaten hat Ledy Ordonez ihren Sohn nicht mehr in die Arme schliessen können. Die undokumentierte Migrantin wurde im Juli bei einer Razzia in San Antonio, Texas, von ICE-Agenten festgenommen. Seither sitzt sie in Haft.
Ihren heute zweijährigen Sohn hat sie seitdem nicht mehr gesehen. Mitnehmen in die Haftanstalt wollte sie ihn nicht. Zu gross erschien ihr das Risiko für das Kind, das in Texas geboren wurde.
Während die Tage für Ordonez hinter Gittern verstreichen, wächst ihr Sohn ausserhalb der Gefängnismauern weiter auf.
«Er kann jetzt laufen und sprechen», sagt sie gegenüber der «New York Times». «Ich habe so viel verpasst.»
Viele betroffene Kinder sind noch im Vorschulalter
Seit US-Präsident Donald Trump seine zweite Amtszeit angetreten hat, hat sich die Migrationspolitik in den Vereinigten Staaten deutlich verschärft.
Die Einwanderungsbehörde ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) geht mit harten Massnahmen gegen Menschen ohne geregelten Aufenthaltsstatus vor.
Die Folgen treffen oft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Kinder. Laut einer Analyse der Forschungsorganisation Brookings Institution wurden seit Trumps Amtsantritt rund 145'000 Kinder von ihren Eltern getrennt. Mehr als jedes dritte betroffene Kind ist jünger als sechs Jahre alt.
Dabei handelt es sich bei rund drei Viertel dieser Kinder um amerikanische Staatsbürger.
Andrea (22) versorgt fünf Geschwister
Auch die Familie von Andrea Garcia wurde durch die Festnahmen auseinandergerissen.
Die Eltern der 22-Jährigen gerieten ins Visier der Einwanderungsbehörde. Die Mutter wurde nach Mexiko abgeschoben, der Vater sitzt in einem Abschiebezentrum fest.
Von einem Tag auf den anderen änderte sich damit auch Andreas Leben grundlegend. Wie die «New York Times» berichtet, kümmert sie sich seither um ihre fünf jüngeren Geschwister. Der jüngste Bruder ist erst elf Jahre alt.
An ein unbeschwertes Studentenleben ist längst nicht mehr zu denken. Um die Familie finanziell über Wasser zu halten, mussten Andrea und ihre 20-jährige Schwester Ana ihre College-Pläne auf Eis legen.
Stattdessen arbeiten beide als Reinigungskräfte. «Unsere Familie ist nicht mehr das, was sie mal war», sagt Andrea.





















