US-Wahlkampf: Republikanische Abgeordnete attackiert Trump
Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida attackiert Trump direkt. Sie warnt vor Verrat an spanischsprachigen Wählern.

Knapp sieben Wochen vor den US-Zwischenwahlen bekommt Präsident Donald Trump wegen seiner Einwanderungspolitik Gegenwind aus der eigenen Partei. Die republikanische Abgeordnete María Elvira Salazar aus Florida kritisiert den Präsidenten in einem neuen Wahlwerbespot.
«Herr Präsident, einige Ihrer Massnahmen zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts sind zu weit gegangen», erklärt die 64-Jährige. Hispanics, die Trump 2024 ins Weisse Haus geholfen hätten, fühlten sich heute «verraten», berichtet «Reuters».
Die öffentliche Kritik einer republikanischen Kongressabgeordneten und bisherigen Verbündeten des Weissen Hauses ist ungewöhnlich. Salazar kämpft derzeit um ihre Wiederwahl in einem stark von Latinos geprägten Wahlkreis im Raum Miami.
Salazar warnt Trump vor Verlust hispanischer Wähler
Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit auf deutlich mehr Festnahmen und Abschiebungen von Migranten. Die Einsätze der Bundesbehörden sind umstritten und haben landesweit Proteste ausgelöst, berichtet der «Spiegel».

Salazars Wahlkreis im Raum Miami ist stark von der hispanischen Bevölkerung geprägt. Die Abgeordnete warnte Trump davor, mit seiner Einwanderungspolitik die Unterstützung dieser Wähler zu verlieren.
Im Juli habe etwa die Hälfte der rund 50'000 festgehaltenen Menschen keine Vorstrafen gehabt, erklärte Salazar laut «Spiegel». Sie forderte Trump deshalb auf, die Empfehlungen seiner Berater zur Einwanderungspolitik kritisch zu hinterfragen.
Salazar wirbt bei Trump für ihren «Dignity Act»
Salazar fordert Trump auf, bei der Einwanderungspolitik einen anderen Kurs einzuschlagen. Dabei verweist sie auf ihren «Dignity Act», mit dem sie für eine umfassende Reform wirbt, berichtet «El País».

Eine Amnestie für Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus lehnt die Republikanerin nach eigenen Angaben ab. Stattdessen gehe es darum, ihnen ein «würdevolles Leben» in den USA zu ermöglichen, berichtet «Reuters».
Trump könne beim Thema Einwanderung sein, «was Lincoln für die Sklaverei und Reagan für den Kommunismus war», erklärte Salazar. «Nur Sie können das tun», richtete sie ihren Appell laut «Kölner Stadt-Anzeiger» an den Präsidenten.
Zustimmung zu Trumps Einwanderungspolitik sinkt
Der «Dignity Act» sieht für bestimmte Migranten ohne Vorstrafen einen legalen Status für sieben Jahre vor, berichtet «El País». Einen automatischen Weg zur US-Staatsbürgerschaft beinhaltet das Modell nicht.
Salazar tritt bei den Midterms gegen den Demokraten Eliott Rodriguez an, berichtet «Reuters». In einer Reuters/Ipsos-Umfrage unterstützten zuletzt 39 Prozent der US-Amerikaner Trumps Einwanderungspolitik, gegenüber 50 Prozent zu Beginn seiner zweiten Amtszeit.
















