Mehrere US-Kardinale wehren sich gegen die Vorwürfe von Carlo Maria Vigano in Bezug auf die Vertuschung von Missbrauch in der katholischen Kirche.
Papst Franziskus betet im Rahmen einer Sonderaudienz mit Ministranten auf dem Petersplatz im Vatikan.
Papst Franziskus betet im Rahmen einer Sonderaudienz mit Ministranten auf dem Petersplatz im Vatikan. - dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Einige US-Kardinäle wehren sich gegen die Vertuschungsvorwürfe im Missbrauchsskandal.
  • Erzbischof Carlo Maria Vigano schrieb die Vorwürfe gegen den Papst in einem offenen Brief.

Verschiedene US-Kardinäle haben sich gegen Vorwürfe des früheren Vatikan-Botschafters in den USA, Erzbischof Carlo Maria Vigano, im Zusammenhang mit der Vertuschung von Missbrauch verteidigt. Kardinal Joseph Tobin von Newark zeigte sich am Montag «schockiert, traurig und bestürzt» über die Vorwürfe Viganos.

Vigano hatte Papst Franziskus zuletzt in einem offenen Brief vorgeworfen, die Missbrauchsvorwürfe gegen den damaligen US-Kardinal Theodore McCarrick fünf Jahre lang ignoriert und Strafmassnahmen gegen den Geistlichen aufgehoben zu haben. Franziskus habe den Geistlichen «bis zum bitteren Ende gedeckt», erklärte Vigano. Als Konsequenz forderte er die Abdankung des Papstes.

Tobin erklärte am Montag: «Gemeinsam mit Papst Franziskus sind wir zuversichtlich, dass eine genaue Untersuchung der Vorwürfe dazu beitragen wird, die Wahrheit herauszufinden.»

Washingtons Kardinal Donald Wuerl, der sich selbst mit Vorwürfen der Vertuschung von Missbrauch konfrontiert sieht, erklärte, er wisse nichts von Missbrauchsvorwürfen gegen McCarrick oder Sanktionen gegen den Geistlichen.

«Beweiskräftige Antworten» notwendig

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz und Kardinal von Galveston-Houston, Daniel DiNardo, erklärte, die von Vigano erhobenen Vorwürfe «erforderten beweiskräftige Antworten». Er wolle sich gern mit dem Papst treffen, um sich um dessen Unterstützung «für unseren Aktionsplan» bei der Meldung von Missbrauch und Fehlverhalten durch Bischöfe zu bemühen.

Franziskus hatte am Sonntag gesagt, er werde sich vorerst nicht zu den Vorwürfen Viganos äussern. Die Vorwürfe gegen den Papst hatten zu Spekulationen über eine Kampagne konservativer Kirchenvertreter gegen den Papst geführt.

In den USA wie auch in Irland und Chile schlagen derzeit zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch hohe Wellen, die hunderte katholische Geistliche in den vergangenen Jahrzehnten begangen haben. Während seines Besuchs in Dublin hatte Franziskus am Sonntag bei einer Messe um Vergebung für den sexuellen Missbrauch an Kindern in Irland durch katholische Geistliche gebeten.

Ad
Ad

Mehr zum Thema:

Papst