Die Liste gefährdeter Arten ist gerade geschrumpft. Was nach guten Neuigkeiten klingt, hat einen traurigen Hintergrund.
Elfenbeinspecht
Elfenbeinspecht - Cornell Lab of Ornithology/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine US-amerikanische Behörde hat 23 Tier- und Pflanzenarten für ausgestorben erklärt.
  • Mit dem Klimawandel werden sich die Bedrohungen für die Arten-Vielfalt weiter verschärfen.

Eine US-Behörde hat 23 Tier- und Pflanzenarten endgültig für ausgestorben erklärt. Mehrere Vögel und Muscheln werden damit von Liste gefährdeter Arten gestrichen.

Zu den von der Bundesbehörde für Fischerei und Wildtiere am Mittwoch benannten Arten gehört beispielsweise der Elfenbeinspecht. Einst war er einer der bekanntesten Vögel des Landes. Neben Vögeln wurden auch eine Fledermaus, zwei Süsswasserfische, acht Muschelarten und eine Pflanze für ausgestorben erklärt. Die Behörde leitete für die betroffenen Arten das Verfahren zur Streichung von der Liste der gefährdeten Arten ein.

Diese Nachricht «unterstreicht, wie menschliche Aktivitäten zum Rückgang und Aussterben von Arten führen können, indem sie zum Verlust von Lebensraum, zur Übernutzung und zur Einschleppung von invasiven Arten und Krankheiten beitragen», erklärte die Behörde. «Es wird erwartet, dass die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels diese Bedrohungen noch verschärfen werden», hiess es weiter.

Fledermaus
Eine Fledermaus. (Symbolbild) - Keystone

Der Elfenbeinspecht hatte schwarz-weisses Gefieder mit einem roten Kamm bei den Männchen und wurde etwa 50 Zentimeter gross. Er gehörte damit zu den grössten Spechten der Welt.

Elfenbeinspecht: Letzte Sichtung im April 1944

Der Verbleib des Vogels war ein Mysterium unter Forschern, mehrfach gab es unbestätigte Berichte über Sichtungen. Die Fachleute sind sich jedoch einig, dass er zuletzt im April 1944 im Nordosten des Bundesstaats Louisianas zweifelsfrei gesehen wurde.

Der Vogel wurde erst 1967 als bedrohte Art eingestuft. Er fiel vermutlich der Abholzung seines Lebensraums sowie der Jagd durch Sammler zum Opfer.

Unter den insgesamt 23 ausgestorbenen Arten sind auch elf Arten aus Hawaii und Guam. Tiere, die auf Inseln leben, sind aufgrund ihrer Isolation leichter vom Aussterben bedroht als Festlandbewohner.

Auf Hawaii und den Pazifikinseln gibt es mehr als 650 bedrohte Pflanzen- und Tierarten, mehr als in jedem anderen US-Bundesstaat. Viele davon gibt es nirgendwo sonst auf der Welt.

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