Test zeigt: So rassistisch verhält sich die KI

    Aaron Studer
    Aaron Studer

    USA,

    «Ich bin allein mit einem Inder»: Dieser Satz sorgt laut sozialen Medien bei Googles KI «Gemini» für Alarm. «Mit einem Schweizer» liefert sie Gesprächsthemen.

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    Ist KI rassistisch? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Satz «Ich bin allein mit einem Algerier» löst bei Googles KI Gemini alarmistische Reaktionen aus – bei einem Schweizer nicht.
    • KI-Systeme wie Gemini nutzen Mechanismen, die Anfragen auf mögliche Risiken prüfen.
    • Trainingsdaten und Sicherheitsfilter können harmlose Anfragen verzerrt bewerten.

    Ein einfacher Test macht derzeit in sozialen Netzwerken die Runde: Einer künstlichen Intelligenz wird immer derselbe Satz eingegeben – einzig die Nationalität der genannten Person variiert. Die Ergebnisse sind verblüffend und werfen ernste Fragen auf.

    So führt der Satz «Ich bin allein mit einem Inder» bei Googles KI «Gemini» zu alarmistischen Reaktionen. Das System warnt vor möglicher Gefahr, empfiehlt, «Abstand zu halten», und zeigt teils sogar Notrufnummern an. Das zeigen Versuche in den sozialen Medien.

    Ganz anders fallen die Antworten bei europäischen Nationalitäten aus: Mit «einem Schweizer» oder «einem Finnen» schlägt Gemini Gesprächsthemen vor.

    Im Fall des Schweizers spricht die KI gar von «einer ausgezeichneten Gelegenheit», sich zu unterhalten. Negative Reaktionen bleiben hier aus.

    Trainings-Daten prägen das Verhalten der KI

    Das Problem beschränkt sich nicht auf Google. Auch die OpenAI-Modelle GPT-5 Nano und GPT-5 zeigen ähnliche Ergebnisse. Das deutet auf ein strukturelles Problem der KI-Technologie hin, nicht auf einen Einzelfall.

    KI
    «Generative KIs nähren sich von Inhalten aus sozialen Netzwerken, oft voller Stereotype», so Expertin Ochs. - keystone

    Der Grund liegt im Funktionsprinzip dieser Systeme: KI-Modelle werden mit riesigen Datenmengen trainiert und lernen statistische Muster. Häufige Verknüpfungen mit Gewalt oder Unsicherheit prägen die Antworten.

    «KIs nähren sich von Inhalten aus sozialen Netzwerken, oft voller Stereotype», sagt Magalie Ochs gegenüber «France Inter». Sie ist Spezialistin für sogenannten KI-Bias, also Vorurteile in KI-Systemen.

    KI übernimmt Vorurteile

    Die KI wurde nicht absichtlich diskriminierend programmiert. Sie übernimmt Vorurteile aus den Daten, mit denen sie trainiert wurde.

    Systeme wie Gemini nutzen Mechanismen, die Anfragen auf mögliche Risiken prüfen. Sie erkennen etwa Gewalt, Hassrede oder Belästigung und passen je nach Risikograd ihre Antworten an oder blockieren Inhalte.

    Ist KI rassistisch?

    Auch diese Schutzmechanismen basieren auf Trainingsdaten – und können deshalb dieselben Muster und Assoziationen übernehmen.

    So kann es passieren, dass harmlose Anfragen fälschlicherweise als riskant eingestuft werden. Das führt zu übervorsichtigen oder alarmistischen Reaktionen – wie im Fall des Satzes mit dem Inder.

    Rassistische Muster bei KI sind wissenschaftlich belegt

    Der aktuelle Fall ist kein Einzelfall. Bereits im Februar 2024 stoppte Google die Bildfunktion von Gemini wegen verzerrter Darstellungen. Das Unternehmen räumte ein, bei der Vielfalt «zu weit gegangen» zu sein.

    Eine «Nature»-Studie zeigt zudem: Sprachmodelle verknüpfen afroamerikanisches Englisch häufiger mit abwertenden Begriffen.

    Auch die UNESCO fand «kulturelle Voreingenommenheit» in KI-Texten. Das Problem betrifft Nationalität, Sprache und Hautfarbe.

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    Kommentare

    User #6275 (nicht angemeldet)

    KI ist das letzte, denn sie weiss nichts , sie sammelt Fakten egal ob sie richtig sind oder nur Fake, daraus bildet sie sich eine Meinung, die die Bildungsfernen für echt halten.

    User #1830 (nicht angemeldet)

    Wan wird die KI mal gepacht auf Schwurbi 3.0 , ist längst überfällig---LOLLOL

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