Hochschulabsolventen finden schwerer einen Job
Hochschulabschluss und trotzdem arbeitslos? Für immer mehr Uni- und FH-Absolventen wird der Berufseinstieg in der Schweiz zur Herausforderung.

Das Wichtigste in Kürze
- Hochschulabsolventen finden zunehmend schwerer passende Stellen.
- Fehlende Berufserfahrung gilt als grösstes Hindernis beim Berufseinstieg.
- Pädagogische Hochschulen halten die Quote mit 0,7 Prozent stabil tief.
Ein Hochschulabschluss schützt immer weniger vor Arbeitslosigkeit. Die Quote der Erwerbslosen unter Universitäts- und Fachhochschulabgängern stieg in der Schweiz zwischen 2023 und 2025 spürbar. Das teilt das Bundesamt für Statistik am Donnerstag mit.
Bei Personen mit einem Masterabschluss einer universitären Hochschule stieg die Erwerbslosenquote ein Jahr nach Abschluss von 3,9 auf 6,4 Prozent.

Bei jenen mit einem Bachelor einer Fachhochschule erhöhte sie sich von 3,4 auf 4,9 Prozent. So heisst es in der Mitteilung des Bundesamtes für Statistik (BFS) weiter.
Stabil tief blieb die Quote bei den Absolventinnen und Absolventen von pädagogischen Hochschulen mit 0,7 Prozent.
Auf der anderen Seite war die Erwerbslosenquote im Bereich Fachhochschulbachelor Musik, Theater und andere Künste mit 10,8 Prozent am höchsten. Gefolgt von den Bereichen Design (10 Prozent) und angewandte Linguistik (9,4 Prozent).
Neu betroffene Bereiche
Die Zunahme erfasste auch bisher kaum betroffene Bereiche. Bei den Uni-Masterabsolvierenden der Wirtschafts- und der Technischen Wissenschaften stieg die Quote von 2,1 auf 4,8 Prozent. Bei den technischen Wissenschaften erhöhte sie sich von 3,5 auf 8,5 Prozent.

Deutliche Zunahmen registrierte das BFS auch in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den exakten und Naturwissenschaften.
Mühe bei der Stellensuche
Entsprechend hatten mehr Absolventinnen und Absolventen Mühe, eine ihren Vorstellungen entsprechende Stelle zu finden. Bei den Uni-Masterabsolvierenden nahm dies gemäss Angaben der Betroffenen zwischen 2022 und 2024 von 30 auf 44,1 Prozent zu.
Bei den Bachelorabsolvierenden an Fachhochschulen stieg dieser Wert von 24,2 auf 36,9 Prozent.
Auch hier waren die Werte der Uni-Fachbereiche Technische Wissenschaften und Wirtschaftswissenschaften und in den Fachhochschul-Bereichen Technik und IT am höchsten. Der Anteil der Absolvierenden von pädagogischen Hochschulen findet sich auch hier am unteren Ende.
Zu wenig Berufserfahrung
Als Hauptgrund haben die Absolventinnen und Absolventen gemäss BFS fehlende Berufserfahrung genannt. Das betraf zwei Drittel der Masterabsolvierenden an Universitäten und knapp drei Viertel der Bachelorabsolvierenden an Fachhochschulen.
Im Vergleich zum Abschlussjahrgang 2022 wurde zudem die wirtschaftliche Lage deutlich häufiger als Hürde bei der Stellensuche genannt.








