«Rassistische Hetzjagd» – Cambridge-Kanzler verteidigt Jason Arday

Maja Bojic
Maja Bojic

Grossbritannien,

Nach dem Tod von Jason Arday kritisiert Cambridge-Kanzler Chris Smith die öffentliche Behandlung des verstorbenen Professors.

Jason Arday Cambridge
Jason Arday sorgt nach seinem Tod an der Universität Cambridge für eine neue Debatte. - getty images

Nach dem Tod von Jason Arday hat Cambridge-Kanzler Lord Chris Smith die öffentliche Kritik an ihm verurteilt. Smith sprach laut der «Zeit» von einer «rassistischen Hetzjagd» gegen den 41-jährigen Wissenschaftler.

Gleichzeitig erklärte Smith, Plagiatsvorwürfe gegen Wissenschaftler müssten gründlich und unabhängig untersucht werden. Es dürfe jedoch keine rassistisch motivierte Kampagne gegen einen einzelnen Wissenschaftler geben, sagte er der BBC.

Arday war 2023 mit 37 Jahren an die Universität Cambridge berufen worden. Der «Welt» zufolge wurde er damals als jüngster schwarzer Professor der Universitätsgeschichte gefeiert.

Plagiatsvorwürfe und öffentlicher Druck

In den vergangenen Wochen wurden Plagiatsvorwürfe gegen Arday öffentlich und breit diskutiert. Zudem entstanden Zweifel an Teilen seiner persönlichen Lebensgeschichte, wie der «Tagesspiegel» berichtet.

Arday räumte gegenüber der «Times» Fehler in seinen wissenschaftlichen Arbeiten ein. Die Probleme erklärte er laut der «Zeit» mit Autismus, einer Lernschwäche und fehlender Unterstützung.

Muss die Universität Cambridge die Vorwürfe gegen Jason Arday vollständig aufklären?

Zugleich wies Arday die Darstellung zurück, ein Lügner zu sein, und bezeichnete die Vorwürfe als rassistisch. Am 5. August trat er nach erheblicher öffentlicher Kritik von seinem Cambridge-Posten zurück.

30'000 Menschen bei Mahnwache

Am Freitag wurde Arday in London leblos aufgefunden, wie die «Welt» berichtet. Seine Familie sprach nach seinem Tod von einer «Mobbingkampagne» gegen den Professor.

Am Montagabend versammelten sich zahlreiche Menschen zu einer Mahnwache am Trafalgar Square in London. Die Organisatoren nannten rund 30'000 Teilnehmer, wobei diese Zahl nicht unabhängig bestätigt wurde.

Jason Arday.
Hier arbeitete der frühere Cambridge-Professor Jason Arday. - keystone

Ardays Familie liess bei der Mahnwache eine Erklärung verlesen und dankte den Unterstützern. Darin bezeichnete sie die öffentliche Behandlung Ardays als für keinen Menschen erträgliche «Grausamkeit».

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