Der Kinderbuchautor und -illustrator Eric Carle ist tot.
Kinderbuch «Die kleine Raupe Nimmersatt»
Kinderbuch «Die kleine Raupe Nimmersatt» - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Eric Carle begeisterte auch in Deutschland Generationen von Kindern.

Der Schöpfer des Kinderbuch-Klassikers «Die kleine Raupe Nimmersatt» starb am Sonntag im Alter von 91 Jahren in den USA, wie am Mittwoch (Ortszeit) auf Carles offiziellem Instagram-Kanal mitgeteilt wurde. Sein bekanntestes Werk, das Bilderbuch über die Raupe Nimmersatt, erschien erstmals im Jahr 1969 und begeisterte auch in Deutschland Generationen von Kindern.

In dem Buch frisst sich eine Raupe durch viele verschiedene Nahrungsmittel, bevor sie sich verpuppt und schliesslich zu einem schönen Schmetterling wird. Die Geschichte, die im englischen Original aus gerade einmal 244 Wörtern besteht, wurde in 66 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 50 Millionen Mal verkauf.

Der Autor habe den Erfolg seines Buches selbst damit erklärt, dass es sich um ein «Buch der Hoffnung» handele, hiess es in der Mitteilung auf Instagram. «Kinder brauchen Hoffnung. Du, kleine unscheinbare Raupe, kannst zu einem schönen Schmetterling wachsen und mit deinen Talenten hinaus in die Welt fliegen.»

Carle war 1929 als Kind deutscher Eltern in Syracuse im US-Bundesstaat New York geboren worden. Im Alter von sechs Jahren zog er mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs in Stuttgart auf. Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart kehrte er 1952 in die USA zurück - mit nur 40 Dollar in der Tasche, wie es in der Biografie auf seiner Website heisst.

Carle arbeitete in den USA zunächst als Grafikdesigner und war viele Jahre lang Art-Director einer Werbeagentur. 1967 illustrierte er das erste Kinderbuch, «Brauner Bär, wen siehst denn Du?» von Bill Martin. Es folgten mehr als 70 weitere Bilderbücher wie «Der kleine Käfer Immerfrech» oder «Die kleine Spinne spinnt und schweigt».

Für seine unverwechselbaren Collagen bemalte und bedruckte Carle weisses Seidenpapier mit bunter Acrylfarbe. «Immer wieder sagten Kinder zu mir: 'Oh, das kann ich auch'», sagte Carle einmal über seine Arbeit. «Ich betrachte das als das grösste Kompliment.»

2002 eröffnete Carle in Amherst im US-Bundesstaat Massachusetts ein Museum für internationale Bilderbuchkunst, das Eric Carle Museum of Picture Book Art. Das Museum würdigte Carle am Mittwoch im Onlinedienst Twitter als «Freund, Inspiration und kreativen Visionär für Generationen von Künstlern und Kindern».

In den Online-Netzwerken veröffentlichten zahlreiche Menschen Abschiedsbotschaften für Carle, darunter viele Prominente. Die Schauspielerin Mia Farrow schrieb, Carle habe «unvergessliche» Bücher wie «Die kleine Raupe Nimmersatt» hinterlassen, die sie nach ihren Kindern nun auch ihren Enkelkindern vorlese.

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