Die Behörden im US-Bundesstaat Texas haben am Donnerstag einen 78-Jährigen hingerichtet, weil er vor mehr als 30 Jahren einen Polizisten getötet hat.
Oscar Franklin Smith (L) und Carl Buntion
Oscar Franklin Smith (L) und Carl Buntion - Harris County District Attorney's Office/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Hinrichtung weiteres Verurteilten in letzter Minute verschoben.

Nach Angaben des texanischen Justizministeriums wurde Carl Buntion durch eine tödliche Injektion hingerichtet und starb nach 13 Minuten. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof der USA einen letzten Antrag um Aufschub abgelehnt. Vor dem Gefängnis protestierten Gegner der Todesstrafe.

Buntion hatte im Juni 1990 den Polizeibeamten James Irby während einer routinemässigen Verkehrskontrolle erschossen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits ein langes Vorstrafenregister und war nach einer Verurteilung wegen sexueller Nötigung einer Minderjährigen auf Bewährung.

Laut Ministerium wollte Buntion der Familie des getöteten Polizisten seine Reue über die Tat mitteilen. Er bete dafür, dass die Familie mit dem Mord an dem Familienvater abschliessen kann. «Ich bin bereit zu gehen», fügte er hinzu.

Die Witwe des Polizisten, Maura Irby, sagte nach der Hinrichtung jedoch: «Es tut mir leid, dass jemand gestorben ist, aber ich habe ihn nicht als Person betrachtet, sondern nur als eine Sache, als ein Krebsgeschwür.»

Buntions Anwälte hatten hingegen argumentiert, dass es «grausam» sei, einen Mann so viele Jahre nach der Tat hinzurichten. Buntion befand sich in den letzten 20 Jahren in Einzelhaft und musste 23 Stunden am Tag in seiner Zelle verbringen. Der 78-Jährige habe für niemanden mehr eine Gefahr dargestellt. Er litt demnach an zahlreichen Krankheiten wie Arthritis, Schwindel, Hepatitis, Schmerzen am Ischiasnerv und Zirrhose.

Buntion wurde erstmals 1991 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde 2009 vom höchsten Gericht des Bundesstaates Texas aufgehoben - drei Jahre später aber von einer anderen Jury wieder in Kraft gesetzt.

Unterdessen wurde die geplante Hinrichtung eines 72-Jährigen im Bundesstaat Tennessee in letzter Minute aufgeschoben. Gouverneur Bill Lee teilte auf Twitter mit, dass dem Verurteilten aufgrund eines «Versehens bei der Vorbereitung der tödlichen Injektion» ein vorübergehender Aufschub gewährt worden sei. Oscar Franklin Smith soll hingerichtet werden, weil er 1989 seine Frau und ihre beiden Söhne im Teenageralter getötet hatte.

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