Mexiko-Drogenboss arbeitete mal als Polizist

Laurin Zaugg
Laurin Zaugg

Mexiko,

Nemesio Oseguera Cervantes, auch «El Mencho» genannt, ist tot. Der Ex-Polizist startete seinen Aufstieg zum mächtigsten Drogenboss Mexikos in den 1990er-Jahren.

El Mencho
Mexikos mächtigster Drogenboss «El Mencho» arbeitete früher als Polizist. (Archivbild) - keystone, DEA

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem Tod eines Drogenbosses in Mexiko herrschen landesweit Gewaltausschreitungen.
  • «El Mencho», wie er genannt wird, war früher als Polizist tätig.
  • In den 1990er Jahren stieg er ins Drogengeschäft ein.

Nemesio Oseguera Cervantes, der Anführer des extrem gewalttätigen Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG), ist tot. Der 59-Jährige, auch bekannt als «El Mencho», starb am Sonntag nach einem Militäreinsatz.

Der Tod des Kartellchefs löste schwere Unruhen in mehreren Regionen Mexikos aus. Bewaffnete Banden setzten Fahrzeuge in Brand und griffen Sicherheitskräfte an. Damit zeigen Bandenmitglieder ihre Wut und ihre Verbundenheit mit dem Kartell.

Die US-Behörden hatten jahrelang nach «El Mencho» gefahndet und 15 Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt. Seine kriminelle Laufbahn begann bereits in den 1990er Jahren.

El Mencho kam am 17. Juli 1966 in Aguililla, einer armen Gemeinde im mexikanischen Bundesstaat Michoacán, zur Welt. In jungen Jahren brach er gemäss «BBC» die Schule ab und arbeitete auf Marihuana-Feldern. In den 1980er Jahren wanderte er illegal in die USA aus.

El Menchos Aufstieg zum Drogenboss

Seinen Aufstieg zum Drogenboss begann er in den 1990er Jahren. 1994 wurde er erstmals von US-Behörden in Sacramento wegen Heroinhandels festgenommen und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Nach seiner Haftstrafe wurde er nach Mexiko abgeschoben, wo er zunächst als Polizist arbeitete. Später schloss er sich dem Milenio-Kartell an. Dieses zerbrach 2010 schliesslich in kleinere Fraktionen, eine davon war das von El Mencho gegründete CJNG.

US-Regierung stuft Kartell als Terrororganisation ein

Das CJNG betrieb Geschäfte auf der ganzen Welt und handelte primär mit dem tödlichen Opioid Fentanyl. Zu den weiteren kriminellen Handlungen gehörten Erpressungen von Unternehmen, Öl- und Mineralienhandel, Waffenhandel sowie Menschenschmuggel.

Das Kartell wurde schnell zu einem der mächtigsten Kartelle Mexikos, insbesondere weil es international stark vernetzt war. Die US-Regierung stufte es sogar als ausländische Terrororganisation ein.

Vermögen von mehreren Milliarden US-Dollar

El Mencho führte sein Imperium mit extremer Brutalität. Seine Mitglieder griffen regelmässig Polizei und Militär an und schossen 2015 einen Militärhubschrauber ab.

Trotz seiner Macht lebte der Drogenboss unauffällig. Experten schätzen sein Vermögen auf mehrere Milliarden Dollar. Das Geld wusch er über Immobilien, Viehzucht und Musikgeschäfte.

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Der stellvertretende US-Aussenminister Christopher Landau kommentierte den Tod auf der Plattform X.

Er bezeichnete «El Mencho» als einen der «blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse». Landau schrieb, der Tod sei eine «grossartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt».

Kommentare

Anti-Schwurbler

El Mencho, der Mensch. Wie doof will man heissen?

Anti-Schwurbler

Bei uns arbeiten doch auch Verbrecher in der Regierung, beim SRG und so weiter... also nichts neues. Und nicht immer nur ins Ausland schauen. Schaut hierhin.

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