König Charles III.: Thronrede über Kanada am Scheideweg

    Fabia Söllner
    Fabia Söllner

    Kanada,

    König Charles III. sieht in seiner mit Spannung erwarteten Thronrede in Kanada das Land inmitten der geopolitischen Umbrüche an einem Scheideweg.

    könig Charles
    König Charles wird seit mehr als einem Jahr wegen einer Krebserkrankung behandelt, nimmt aber seit Langem wieder öffentliche Termine wahr. (Archivbild) - keystone

    König Charles III. eröffnete in Ottawa das kanadische Parlament mit einer historischen Thronrede. Es ist das erste Mal seit fast 50 Jahren, dass ein britischer Monarch diese Aufgabe übernimmt, wie «SRF» berichtet.

    Der Monarch betonte, Kanada stehe vor beispiellosen Herausforderungen.

    «Wir müssen uns der Realität stellen: Seit dem Zweiten Weltkrieg war unsere Welt noch nie so gefährlich und instabil. Kanada steht vor Herausforderungen, die in unserem Leben beispiellos sind», sagte Charles laut «ZDF Heute».

    Canada Royal Visit
    König Charles hält die Thronrede im Senat in Ottawa, Kanada. - keystone

    Er griff damit indirekt die Politik von US-Präsident Donald Trump auf. Dieser hatte zuletzt mit Annexionsdrohungen und Handelskonflikten für Unruhe gesorgt.

    Charles hob hervor, dass die aktuellen Umbrüche auch Chancen für Kanada bieten.

    Es sei möglich, die grösste Transformation der Wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg einzuleiten, so der König.

    König Charles: Zeichen der Souveränität

    Die Rede wurde als klares Signal an die USA verstanden. Charles betonte mehrfach Kanadas Unabhängigkeit und Eigenständigkeit.

    Laut «Euronews» sagte er, viele Kanadier fühlten sich angesichts der drastischen Veränderungen in der Welt besorgt. Dennoch sei dies auch eine Gelegenheit für Erneuerung und Wachstum.

    König Charles Königin Camilla
    König Charles und Königin Camilla während ihrer Krönung 2023. - keystone

    Premierminister Mark Carney hatte den Monarchen eingeladen, um Kanadas Souveränität in Zeiten wachsender Spannungen mit den USA zu unterstreichen. Die Thronrede wurde von kanadischen Politikern mit Standing Ovations bedacht, wie «ABC News» berichtet.

    Wirtschaftliche und gesellschaftliche Reformen

    Charles stellte die Pläne der Regierung für wirtschaftliche Reformen vor. Dazu zählen Steuererleichterungen für die Mittelschicht und Investitionen in die Streitkräfte.

    Die Regierung will zudem die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern stärken und die nationale Einheit fördern, wie «Economic Times» berichtet.

    Findest du es richtig, was König Charles in seiner Rede sagte?

    Der König rief zur Wahrung demokratischer Werte und zur Versöhnung mit den indigenen Völkern auf. Er erinnerte an die britischen, französischen und indigenen Wurzeln Kanadas und betonte die Bedeutung von Pluralismus und Rechtsstaatlichkeit.

    Ein historischer Moment

    Charles' Rede markiert einen seltenen Moment in der kanadischen Geschichte. Zuletzt hatte seine Mutter, Königin Elizabeth II., 1977 eine Thronrede in Kanada gehalten.

    Experten sehen darin einen diplomatischen Akt, der Kanadas Selbstbewusstsein stärken und die Unabhängigkeit gegenüber dem mächtigen Nachbarn betonen soll.

    Kommentare

    User #1714 (nicht angemeldet)

    König Charles und Königin Camilla erleben in Kanada eine wahre Liebeserklärung der Bevölkerung. Beide zeigen sich ihrem Besuch in Ottawa von der volksnahen Seite und absolvieren ein volksnahes volles Programm, das die Herzen der Menschen im Sturm erobert. Die Begeisterung der Kanadier ist nicht zu übersehen.   Auch Charles Thronrede vor dem kanadischen Parlament kam ausgezeichnet an. Es ist erst das zweite Mal, dass ein britischer Monarch in seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt Kanadas eine Thronrede dort hält. Charles’ Aufgabe/Rede wurde deshalb auch als Gratwanderung gesehen, weil er einerseits die Unabhängigkeit Kanadas betonen, als König Großbritanniens allerdings auch den Trump-freundlichen Kurs der britischen Regierung unterstützen muss. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos halten übrigens zwei von drei Kanadiern die Monarchie für sinnvoll, deutlich mehr als vor einem Jahr. Der wesentliche Grund: Kanada unterscheide sich dadurch von den USA.

    User #4676 (nicht angemeldet)

    Danke Charlie, dass du uns daran Teil haben lässt und mit uns das teilst, wo wir doch alles selbst erleben und auf der selben Welt leben. Ohne dich, wäre diese Wissen an uns vorbeigegangen. Sagt gerade jemand, der in gut behüteten Zeiten finanziert wird.

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