Julius-Bär-CEO Bollinger fordert Register für fehlbare Banker
Der Julius-Bär-CEO fordert ein internationales Register für fehlbare Banker. Damit sollen «schwarze Schafe» nicht unbemerkt den Arbeitgeber wechseln können.

Das Wichtigste in Kürze
- Bollinger plädiert für ein Banker-Register nach Vorbild der USA und Grossbritanniens.
- Er sieht Vorteile für den gesamten Schweizer Finanzplatz und fordert vertiefte Prüfungen.
- Eine «Identitätskrise» der Schweiz verneint er und formuliert ehrgeizige Wachstumsziele.
Julius-Bär-CEO Stefan Bollinger hat in der «NZZ am Sonntag» ein Register für fehlbare Banker nach internationalem Vorbild gefordert. «Die Registrierung von Finanzmarktteilnehmern hat klare Vorteile», sagte er im Interview. «Sie verhindert, dass schwarze Schafe einfach auf die andere Strassenseite wechseln und weitermachen können, als sei nichts geschehen», sagte Bollinger.
Andere wichtige Finanzplätze wie die USA, Grossbritannien, Hongkong und Singapur kennten solche Register bereits. Die Schweiz verfüge zwar auf Geschäftsleitungsebene über ein Gewährsprüfungssystem, sollte dieses jedoch vertiefen, sagte der CEO. Ein solches Instrument würde aus seiner Sicht langfristig dem gesamten Finanzplatz zugutekommen.
Bollinger widersprach zugleich der Einschätzung des UBS-Verwaltungsratspräsidenten Colm Kelleher, der von einer Identitätskrise der Schweiz gesprochen hatte. Er sehe diese nicht und sei überzeugt, dass es auch für die UBS von Vorteil sei, eine Schweizer Bank zu bleiben, gerade in diesen Zeiten, sagte Bolliger.
Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Bollinger ambitioniert. Bis 2028 strebe die Bank ein jährliches Neugeldwachstum von 4 bis 5 Prozent, ein Verhältnis zwischen Kosten und Erträgen von unter 67 Prozent sowie eine Eigenkapitalrendite von über 30 Prozent an, sagte er. Als reine Vermögensverwaltungsbank habe man ein viel risikoärmeres und weniger kapitalintensives Geschäftsmodell als etwa eine Kommerz- oder Investmentbank.








