Iraner sollen US Einrichtungen mit Schadsoftware erpresst haben
Die US-Justizbehörden haben Anklage gegen zwei Iraner erhoben, die Einrichtungen in den USA mit Schadsoftware infiziert und dann erpresst haben sollen.

Das Wichtigste in Kürze
- Einrichtungen, Spitäler und Gemeinden in den USA wurden von Iranern attackiert.
- Sie sollen mit Schadsoftware die Institutionen erpresst haben.
Den Beschuldigten werde vorgeworfen, aus dem Iran heraus Computersysteme gehackt und deren Daten verschlüsselt zu haben, sagte Vize-Justizminister Rod Rosenstein heute Mittwoch in Washington. Erst gegen Zahlung von Bitcoin seien die Daten wieder freigegeben worden. Das Finanzministerium verhängte Sanktionen gegen zwei andere Iraner, die diese Bitcoin dann in iranische Rial umgetauscht haben sollen.
Das Finanzministerium teilte mit, durch die neuen Sanktionen werde der Druck auf den Iran erhöht. Zu Monatsbeginn war eine neue Runde an US-Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft getreten, die etwa auf die Ölexporte und den Bankensektor des Landes abzielen. Die USA werfen dem Iran unter anderem die Förderung von Terrorismus vor, die Unterstützung der radikal-islamischen Hamas, der Hisbollah, der Huthi-Rebellen im Jemen sowie der Assad-Regierung in Syrien.
Bewusst konzentriert
Rosenstein sagte, die beiden Hacker hätten seit Anfang 2016 mehr als 6 Millionen Franken erpresst und mehr als 30 Millionen Franken Schaden verursacht. Die Angeklagten hätten sich bewusst auf öffentliche Einrichtungen, Spitäler und Gemeinden konzentriert.
«Sie wussten, dass das Abschalten dieser Computersysteme unschuldigen Opfern erheblichen Schaden zufügen könnte.» Nach Angaben des Finanzministeriums sind mehr als 200 Einrichtungen und Firmen in den USA, aber auch in Grossbritannien und Kanada betroffen gewesen.
Rosenstein sagte, die Angeklagten würden nun als flüchtig gelten. «Ihnen droht in vielen Staaten, in denen Rechtsstaatlichkeit gilt, die Festnahme und Auslieferung an die Vereinigten Staaten.» Etwaiger Besitz in den USA der beiden anderen Iraner, die heute Mittwoch mit Sanktionen belegt wurden, wird durch die Strafmassnahmen eingefroren. Amerikanern sind Geschäfte mit ihnen untersagt.












