Migration

Immer mehr Superreiche emigrieren ins Ausland

Aaron Studer
Aaron Studer

USA,

Politische Unsicherheiten und hohe Steuern: Noch nie sind so viele Millionäre aus ihren Heimatländern ausgewandert wie 2025. Und: Es gibt neue Top-Ziele.

Reich
Immer mehr Superreiche wandern aus. Dubai verliert als Lieblingsziel seine Attraktivität. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Rekord: Vergangenes Jahr wanderten weltweit 140'000 Millionäre aus.
  • Seit dem Iran-Krieg ist Dubai nicht mehr so beliebt als Ziel für Superreiche.
  • Mehrere Länder schränken Programme ein – die Staatsbürgerschaft wird kommerzialisiert.

Immer mehr wohlhabende Menschen verlassen ihre Heimatländer. Politische Unsicherheit, hohe Steuern und Sicherheitsbedenken treiben sie dazu, schreibt der «Economist». Wer es sich leisten kann, sucht anderswo nach Stabilität, und findet dabei Unterstützung bei einer wachsenden Beraterbranche.

Laut dem Forschungsunternehmen «New World Wealth» wanderten im vergangenen Jahr mehr als 140'000 Millionäre aus – ein Rekord. Die Investment-Migrations-Branche berät wohlhabende Auswanderer und Regierungen gleichzeitig.

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Für 2026 wird ein weiterer Anstieg auf 165'000 erwartet: Das Forschungsinstitut «IMI» schätzt den Umsatz der sogenannten Investment-Migrations-Branche auf 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Das wäre doppelt so viel wie 2019 und entspricht umgerechnet gut 31 Milliarden Franken.

Dubai verliert seinen Glanz als Auswanderungsziel

Dubai galt lange als bevorzugtes Ziel für vermögende Auswanderer. Ein auf Einwanderungsrecht spezialisierter Anwalt bezeichnet das Emirat als «Walmart» der Branche.

Besonders Menschen aus Südasien, Nigeria sowie aus Syrien und dem Libanon zog es dorthin. Seit den Angriffen des Iran auf die Golfstaaten hat das Interesse an Dubai jedoch nachgelassen.

Ausserdem berichtet das britische Beratungsunternehmen Henley & Partners: Im vergangenen Jahr verloren Frankreich, Deutschland und Spanien erstmals mehr wohlhabende Einwohner als Sie gewannen.

USA entwickeln sich zum wichtigsten Markt der Branche

Den grössten Wandel erleben die USA. Dort leben mehr als ein Drittel aller Menschen mit einem Vermögen von 30 Millionen Dollar oder mehr.

Ronald Klasko, ein Anwalt aus Philadelphia, sagt gegenüber dem Economist: «Die USA haben sich von einem Nischenmarkt zum wichtigsten Markt entwickelt.»

Reiche
Mehr als ein Drittel aller Menschen mit einem Vermögen über 30 Millionen leben in den USA. - keystone

Gleichzeitig ziehen die USA weiterhin viele wohlhabende Ausländer an. Donald Trumps «Gold Card»-Visum hingegen, das eine Million Dollar pro Familienmitglied kostet, stösst laut Anwälten auf «sehr geringe Nachfrage». Die rechtliche Grundlage des Programms gilt als unklar.

Mehrere Länder schränken ihre Programme ein

Nicht überall werden wohlhabende Zuwanderer mit offenen Armen empfangen: Spanien schaffte Anfang 2025 sein Aufenthaltsprogramm für Immobilieninvestoren ab. Hintergrund war der Wunsch, Immobilienspekulationen einzudämmen.

Im April 2025 entschied der Europäische Gerichtshof, dass Maltas Staatsbürgerschaftsprogramm gegen EU-Recht verstösst. Es «kommerzialisiere» die Staatsbürgerschaft.

Portugal verlängerte die Wartezeit bis zur Staatsbürgerschaft für die meisten Zuwanderer von fünf auf zehn Jahre. Argentinien sagte ein geplantes Investitionsmigrationsprogramm wieder ab. Dennoch wollen viele andere Länder von dem Boom profitieren.

So funktioniert die Investitionsmigration

Die Schweiz kennt ein ähnliches Modell: Die sogenannte Pauschalbesteuerung. Wohlhabende Ausländer zahlen dabei Steuern nicht auf ihr tatsächliches Einkommen, sondern auf Basis ihrer Lebenshaltungskosten. Dieses Modell zieht seit Jahren vermögende Personen in die Schweiz.

Nau.ch berichtete bereits über den Trend reicher Menschen, aus Hochsteuerländern wegzuziehen. Besonders der Wegzug aus Deutschland und Frankreich wird in der Schweiz als mögliche Chance für den Wirtschaftsstandort diskutiert.

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

Thailand ist attraktiv, man versteuert nur den Betrag den man einführt und zu einem extrem günstigen Satz zwischen 8-13%

User #4281 (nicht angemeldet)

JETZT MUSS DRINGEND GEHANDELT WERDEN! Es ist 5 vor 12 und wenn die Reichen gehen dann ist das wirklich das Allerschlimmste. Ohne Reiche keine Wirtschaft und ohne Wirtschaft kein Leben. Es heisst aus gutem Grund Kapitalismus!!!!!

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