Anwälte schildern Pikes Qualen bei gescheiterter Hinrichtung
Christa Pike überlebte ihre Hinrichtung trotz zweier Giftspritzen. Laut ihren Anwälten gab es schon beim Legen der Zugänge massive Probleme.

Das Wichtigste in Kürze
- Christa Pike überlebte in Tennessee eine Hinrichtung mit zwei Dosen Pentobarbital.
- Laut ihren Anwälten warnte das Personal bereits währenddessen vor beschädigten Venen.
- Experten vermuten, dass das Gift ins Gewebe statt in den Blutkreislauf gelangte.
Bereits während der gescheiterten Hinrichtung von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee soll es Warnungen gegeben haben. Die für die Infusion zuständigen Mitarbeiter sollen vor gerissenen Venen gewarnt haben.
Das Personal habe mit etwa zehn Nadeln an beiden Armen versucht, Zugänge zu legen. Das berichteten mehrere Medien aus vor Gericht eingereichten Angaben der Anwälte.
Trotz der Komplikationen wurden Pike danach noch beide Injektionen des Giftstoffs verabreicht.
Nadel nach dem Herausziehen «stark verbogen»
Die Suche nach einer Vene habe sich bei Pike über fast eine Stunde hingezogen. Wiederholt glaubten Mitarbeiter, eine Vene erwischt zu haben – nur um dann das Gegenteil festzustellen.

Eine der Nadeln schien nach dem Herausziehen «stark verbogen» zu sein. Immer wieder äusserten Mitarbeiter die Vermutung, die Venen seien beschädigt.
Schliesslich glaubten sie, erfolgreich einen Zugang gefunden zu haben, und verabreichten Pike das Gift Pentobarbital.
«Ich habe das Gefühl, mein Arm wird gleich platzen»
Als die erste Injektion nicht zum Tod führte, wurde ihr gemäss Vorschrift eine zweite Dosis verabreicht. «Ich habe das Gefühl, mein Arm wird gleich platzen», sagte Pike den Angaben nach. «Es brennt.»
Als Pike ins Krankenhaus kam, waren ihre Arme nach Angaben der Anwälte geschwollen und mit Blasen übersät.
Experten hatten nach dem Hinrichtungsversuch bereits vermutet, dass das Gift ins umliegende Gewebe und nicht in den Blutkreislauf gelangt sei. Das könne erklären, warum die 50-Jährige überleben konnte.
Pikes geplante Hinrichtung hatte für Aufsehen gesorgt. Sie wäre die erste Frau seit mehr als 200 Jahren gewesen, die im US-Bundesstaat Tennessee hingerichtet worden wäre.
Kein vergleichbarer Fall bekannt
Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist in den USA kein vergleichbarer Fall aus der jüngeren Geschichte bekannt. Dabei wurden die Hinrichtungsmedikamente verabreicht, doch die Verurteilte überlebte.
Rund anderthalb Wochen nach der Hinrichtung konnte Pike das Krankenhaus verlassen. Und sitzt nun wieder in dem Gefängnis, in dem sie bereits seit rund drei Jahrzehnten inhaftiert ist.
Pike war 1996 für den Mord an der damals 19-jährigen Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zur Tatzeit 18 Jahre alt. Slemmer war 1995 in einem abgelegenen Gebiet nahe Knoxville über längere Zeit gefoltert und schliesslich getötet worden.















