Nach misslungener Hinrichtung: Auch Notruf versagte bei Christa Pike
Die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike wirft Fragen auf. Neue Details zeigen nun, dass der Notarzt erst mit grosser Verspätung eintraf.

Das Wichtigste in Kürze
- Nachdem Christa Pike eine versuchte Hinrichtung mit zwei Giftspritzen überlebte, versagte der Notruf.
- Gefängnis und Notrufzentrale klärten das Missverständnis erst nach über 30 Minuten.
- Rettungskräfte brachten Pike schliesslich ins Krankenhaus, wo sie beatmet wurde.
Die Geschichte rund um die gescheiterte Hinrichtung von Christa Pike im US-Bundesstaat Tennessee wird immer absurder.
Als klar wurde, dass Pike die beiden Giftspritzen, die sie eigentlich für immer einschlafen lassen sollten, überlebt, wurde Hilfe angefordert.
Mittschnitte des Notrufs, welche die Nachrichtenagentur AP ausgewertet hat, belegen nun, dass sich die medizinische Notfallversorgung massiv verzögerte.
Der erste Notruf erreichte die Notrufzentrale am Tag der geplanten Hinrichtung, dem 30. September, um 20.40 Uhr Ortszeit.
Die Frau am Telefon habe von einem gescheiterten Hinrichtungsversuch gesprochen, heisst es. Wohl aufgrund der Absurdität der Tatsache, sollte die Frau einen Sicherheitscode nennen.
Diesen kannte die Frau jedoch nicht, weshalb der Anruf vom Notruf als Fehlalarm dokumentiert wurde. Eine Einsatzkraft des Notrufs befand sich vier Minuten später am Gefängnistor und wurde von einem Staatsbeamten aufgefordert, reinzufahren.
Gefängnisleitstelle weiss nichts von einem Notruf
«Ich brauche jemanden, der zum Tor kommt und mit diesen Leuten spricht», hiess es. Die Einsatzkräfte prüften daraufhin den Notruf und nahmen Kontakt zur Leitstelle des Gefängnisses auf. Von dort wurde jedoch gesagt, dass man keinen Notruf abgesetzt habe.
Um 21.11 Uhr konnte das Missverständnis schliesslich behoben werden – über eine halbe Stunde, nachdem der erste Notruf abgesetzt wurde.
Die Rettungskräfte rückten aus und brachten Pike, die als erster Mensch zwei Giftspritzen überlebte, in ein Krankenhaus.
Im Krankenhaus wurde Pike erfolgreich beatmet und in der Folge gepflegt. Mittlerweile hat sie die Klinik verlassen und ist ins Gefängnis zurückgekehrt, wo sie weiter medizinisch versorgt wird.





















