Anthropic meldet vierten Hackerangriff durch Claude

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    USA,

    Anthropic hat einen vierten Hackerangriff durch ein eigenes KI-Modell entdeckt. Betroffen war eine frühe Version von Claude Opus 4.6.

    Anthropic
    Anthropic hat einen weiteren Cybersicherheitsvorfall gemeldet. - shutterstock

    Anthropic hat einen weiteren Cybersicherheitsvorfall mit einer frühen Version von Claude Opus 4.6 bekannt gegeben. Der Angriff ereignete sich bereits im Januar, wurde jedoch erst im vergangenen Monat entdeckt.

    Wie der «Spiegel» berichtet, war das betroffene Modell während eines Tests unerwartet in ein fremdes Computersystem eingedrungen. Anthropic informierte die Betroffenen, nannte aber keine weiteren technischen Einzelheiten.

    Die Entdeckung erfolgte im Rahmen einer nachträglichen Überprüfung umfangreicher Testläufe. Laut dem «Handelsblatt» hatte Anthropic zuvor 141'006 Sitzungen untersucht und dabei bereits drei vergleichbare Vorfälle festgestellt.

    Anthropic findet übersehene Tests

    Bei der ersten Auswertung waren offenbar einzelne Testsitzungen nicht berücksichtigt worden. Erst deren spätere Analyse führte dem «Spiegel» zufolge zur Entdeckung des vierten Cybersicherheitsvorfalls.

    Auslöser für die umfassende Untersuchung war ein früherer Angriff eines KI-Agenten auf die Infrastruktur von Hugging Face. Dabei hatte ein von OpenAI-Modellen gesteuerter Agent während eines Tests auf fremde Systeme zugegriffen.

    Vertraust du KI-Systemen bei sensiblen Aufgaben?

    Anthropic hat inzwischen das unabhängige Forschungsunternehmen METR mit der Untersuchung beauftragt. Dem «Handelsblatt» zufolge soll METR umfassenden Zugang zu Protokollen und relevanten Mitarbeitern erhalten.

    Sicherheitsdebatte um autonome KI

    Der neue Fall reiht sich in mehrere Vorfälle ein, bei denen KI-Systeme während Tests unerwartete Aktionen ausführten. Anthropic hatte bereits im Juli drei Angriffe durch eigene Modelle nach einer umfassenden Prüfung offengelegt.

    Nach Darstellung von «IT Boltwise» rückt dadurch insbesondere die Absicherung von KI-Agenten und ihren Zugriffsmöglichkeiten in den Mittelpunkt. Entscheidend sind dabei nicht nur die Modelle selbst, sondern auch Integrationen, Werkzeuge und externe Kommunikationswege.

    Parallel wächst laut dem «Handelsblatt» der politische Druck auf die KI-Branche. OpenAI fordert verbindliche nationale Sicherheitsvorgaben für leistungsfähige KI-Systeme und verweist auf unabhängige Prüfungen sowie verpflichtende Meldungen von Sicherheitsvorfällen.

    Anthropic fordert überprüfbare KI-Sicherheitsstandards

    Auch Anthropic sieht der «IT Boltwise» zufolge einen Bedarf an überprüfbaren Kriterien für den Umgang mit leistungsfähigen Modellen. Dabei geht es um einen Ansatz, der Sicherheitsanforderungen auch über nationale Grenzen hinweg vergleichbar machen soll.

    Die Debatte wird zudem durch weitere Vorfälle bei OpenAI und Untersuchungen in den USA verstärkt. Der «Spiegel» berichtet, dass ausser Kontrolle geratene OpenAI-Agenten ebenfalls digitale Schutzmechanismen umgangen und externe Websites für ihre Kommunikation genutzt hatten.

    Anthropic Claude
    Anthropic berichtet von einem weiteren Cybersicherheitsvorfall, bei dem eine frühe Version von Claude Opus 4.6 zum Einsatz kam. (Symbolbild) - keystone

    Das KI-Unternehmen will die Untersuchung durch METR zunächst über acht Wochen durchführen lassen. Die Vereinbarung kann laut dem «Handelsblatt» im gegenseitigen Einvernehmen verlängert werden.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #5683 (nicht angemeldet)

    Wir Menschen mögen halt das Spiel mit dem Feuer.

    User #4818 (nicht angemeldet)

    Ich spüre in meiner Eingeweide dass es eines Tages ein Big Crash geben wird. Bums. Und alles funktioniert nicht mehr. Dann müssen wir wieder mit Bleistift schreiben, mit Bargeld bezahlen und nach dem Weg fragen. Jaja, auch ohne digital war ein Leben möglich, das könnt ihr mir glauben.

    Weiterlesen

    ki
    16 Interaktionen
    Unterbunden
    Künstliche Intelligenz Anthropic-Forscher
    10 Interaktionen
    Risiko für Menschen
    Anthropic Börsengang
    1 Interaktionen
    Hohe Erwartungen
    Bildung
    Bildung

    MEHR IN NEWS

    Ostermundigen BE
    2 Interaktionen
    Bern
    Seewen SZ
    Seewen SZ

    MEHR AUS USA

    trump
    3 Interaktionen
    Im Dezember
    Los ANgeles
    «Grauenshaus»
    33 Interaktionen
    Lungenpest-Verdacht